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The Grey - Unter Wölfen - Hauptplakat
The Grey - Unter Wölfen - Hauptplakat
© Universum Film © Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: The Grey - Unter Wölfen (2012)


Eigentlich will John Ottway (Liam Neeson) nicht mehr leben, nachdem er seine Frau verloren hat. Tief in sich versunken erledigt er seine Arbeit in Alaska, wo er im Aufrag einer Ölfirma dafür zuständig ist, die Arbeiter vor den wilden Tieren zu beschützen. Abends geht er allein in die behelfsmäßig eingerichtete Bar. Er trinkt alleine und geht wieder, um einen Selbstmordversuch zu unternehmen. In dunklen Farben fängt Regisseur Joe Carnahan die Isolation und Verzweiflung von Ottway ein, aus dem Off erklingt seine Erzählstimme. Dadurch ist der melancholische Grundton von "The Grey – Unter Wölfen" von der ersten Einstellung an vorgegeben. Doch Ottway zögert – und besteigt schließlich nach dem Schichtwechsel doch mit seinen Kollegen ein Flugzeug, das sie nach Hause bringen soll. Es ist bitterlich kalt, selbst im Innenraum der Maschine ist ihr Atem sichtbar. Dann passiert das Unglück: Die Maschine gerät in einen Schneesturm und stürzt irgendwo in Alaska ab. Ottway und sieben seiner Kollegen überleben. Aber sie haben fast keine Chance, dass ein Suchtrupp sie jemals findet. Sie sind in der Wildnis auf sich allein gestellt und haben zwei erbitterte Feinde: die Kälte und ein Rudel Wölfe, in dessen Jagdrevier sie gelandet sind. Plötzlich erwacht in Ottway ein letzter Rest seines Überlebensinstinkts. Unter seiner Führung versuchen sich die Männer durchzuschlagen. Aber die Umwelt wird zu einer immer größeren Bedrohung.

Die Gruppe besteht aus den üblichen Figuren, die in den meistens Überlebensdramen vorhanden sind: Es gibt den zornigen Aufwiegler, den vernünftigen Vater und natürlich den schweigsamen Anführer. Gegen diese schematisierte Anlage der Figuren können auch die guten Schauspieler Liam Neeson, Frank Grillo, Dermot Mulroney, Dallas Roberts, Joe Anderson, Nonso Anozie und James Badges Dale nur wenig ausrichten. Aber ihnen gelingt es immerhin, ausreichend Sympathie zu wecken, so dass die Zuschauer an ihrem Schicksal Anteil nehmen.

Ebenso minimalistisch wie die menschliche Seite des Dramas sind die Effekte in "The Grey – Unter Wölfen", die dennoch Spannung erzeugen. Allein das Heulen der Wölfe ist schauerlich, zudem verdeutlicht ein Schneesturm, dass die Gruppe einer übermächtigen Natur ausgesetzt ist. Dabei kontrastiert die Schönheit der kalten Landschaft ihre Erbarmungslosigkeit. Dagegen sind die ätherisch-schönen Rückblenden, in denen Ottway mit seiner Frau vereint ist, allzu offensichtlich in ihrem Bemühen, etwas Wärme in diesen Film zu bringen. Denn "The Grey – Unter Wölfen" ist gerade in den kärgsten Szenen am besten. Dort wird er den simplen Zeilen gerecht, die Ottways Vater einst schrieb: "Einmal noch in die Schlacht, in mein letztes gutes Gefecht. Lebe und stirb heute Nacht. Lebe und stirb heute Nacht".

Fazit: "The Grey – Unter Wölfen" ist ein archaisches Überlebensdrama, das mit minimalistischen Effekten Spannung erzeugt.




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