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Killing Them Softly - Hauptplakat
Killing Them Softly - Hauptplakat
© Central Film © Wild Bunch

Kritik: Killing Them Softly (2012)


"Killing them softly" ist nach dem von der Kritik gefeierten Spätwesterm "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford" die zweite Zusammenarbeit von Regisseur Andrew Dominik und Hauptdarsteller Brad Pitt. Pitt fungierte hier auch als ausführender Produzent. Seine Welt-Premiere feierte "Killing Them Softly" 2012 in Cannes, wo der Film auch im Wettbewerb um die Palm d’Or stand. Die in Mob-Kreisen angesiedelte Story von "Killing them softly" basiert auf Andrew V. Higgins Kult-Roman "Cogan’s Trade" aus dem Jahr 1974, und besticht durch eine famose Besetzung, die eine ganze Reihe bekannter Mafiosi-Darsteller versammelt. Der extrem dialogreiche, Kapitalismus-kritische Gangster-Thriller kann darüber hinaus vor allem durch seine brillante Optik überzeugen.

Ein Grund, wieso vor allem Mafiafilm- und Crime-Thriller-Fans an "Killing them softly" gefallen finden werden, ist die hervorragende Besetzung. So werden Freunde der erfolgreichen Serie "Sopranos" sofort hellhörig, denn mit James Gandolfini, Vincent Cuatola und Max Casella sind gleich drei Darsteller der erfolgreichen Mafiaserie mit an Bord. Daneben überzeugt Ray Liotta als abgehalfterter Spieler und charismatischer Pokerspiel-Organisator. Brad Pitt ist die Rolle des ebenso kompromisslosen wie sarkastischen Auftragskillers Jackie Cogan, der mit seinen Opfern kurzen Prozess macht, auf den Leib geschneidert. Pitt liefert hier seine stärkste Leistung seit "Der seltsame Fall des Benjamin Button" (2008) ab.

"Killing them softly" ist zudem ein recht dialoglastiger Film geworden, der einen Schwerpunkt auf den bissigen Humor und ironischen Dialogwitz legt. So gehören Corgans lange, pointierte Monologe und seine Wortgefechte mit Mickey zu den Höhepunkten des Films. Dieser schwarze Humor, erinnert an die besten Momente von Tarantino und den Coen-Brüdern. Daneben stechen die extrem brutalen, rohen Gewaltszenen heraus ("Miller's Crossing" lässt grüßen). Die Prügelszene im strömenden Regen ist nur schwer zu ertragen und gehört in all ihrer Kompromisslosigkeit und Effektivität wohl zu den radikalsten Szenen dieser Art in der jüngeren Vergangenheit. Noch ein Wort zur Kameraarbeit: Der optisch überragend aussehende Film besticht durch seine ungewöhnlichen Perspektiven und den wirksamen Einsatz von High-Speed-Kameras.

Fazit: "Killing them softly" ist ein bis in die Nebenrollen großartig besetzter Gangster-Thriller, der durch seinen bissigen Wortwitz und die exzellente Kameraarbeit überzeugt. Fans von Tarantino und den Coen-Brüdern dürften voll auf ihre Kosten kommen.




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