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About a Girl
About a Girl
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Kritik: About a Girl (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Die sympathische Komödie von Regisseur und Drehbuchautor Mark Monheim verbindet Elemente des Coming-of-Age-Films mit dramatischen Tönen und Anleihen beim klassischen Familien-Drama. Es ist der erste Langfilm von Monheim, der "About a girl" im Sommer 2013 in Bayern (z.B. Bamberg und München) drehte. Seine Weltpremiere erlebte das Werk im September 2014 auf dem Festival do Rio. Die Hauptdarstellerin Jasna Fritzi Bauer, die während der Dreharbeiten 24 Jahre alt war, erhielt für ihre überzeugende Darbietung den Bayerischen Filmpreis als beste Nachwuchsdarstellerin. Der Titel des Films - "About a girl" - ist eine Anspielung auf den gleichnamigen Song der Grunge-Band Nirvana.

Zentrum des Films ist ganz klar Hauptdarstellerin Jasna Fritzi Bauer, die mit viel Schlagfertigkeit und vor allem einer großen Portion morbiden Humors ihre psychisch labile, sich unverstanden fühlende Hauptfigur anlegt. Charleen ist klug und dass sie nicht auf den Mund gefallen ist, beweist sie in fast jeder Unterhaltung: egal ob mit ihrem Therapeuten (der sie u.a. dazu bringt, ihren Ellenbogen abzulecken), ihrer überbesorgten Mutter Sabine (überzeugend: Heike Makatsch) oder dem neuen Freund der Mutter, Charleens Biologie-Lehrer (herrlich verschroben: Simon Schwarz). Hier handelt es ich um eine der großen Stärken des Films: seine frechen, bissigen und mitunter arg deftig- und heftigen Dialoge.

Charleen fühlt sich von ihren Mitmenschen ungeliebt, missverstanden und kann mit Erwachsenen nicht allzu viel anfangen, da passt es auch ganz gut, dass sie am liebsten jung gestorbene Musiker wie Kurt Cobain, Amy Winehouse oder Jimi Hendrix hört. Denn, wie es an einer Stelle des Films heißt, wer früh sterbe, bleibe ja für immer jung und könne nicht alt werden. Denn jung sterben will Charleen schließlich auch, doch der Suizidversuch misslingt. "About a girl" ist zudem gespickt mit tollen Einfällen und klugen Ideen, was ich vor allem in den höchst amüsanten Tagträumen der Hauptfigur widerspiegelt.

Die Themen, die Regisseur Monheim anreißt, sind vielfältig: es geht freilich um das Thema Pubertät und alle damit einhergehenden Probleme (Jungs, Schule, Eltern etc.), den Aspekt "Patchwork"-Familie, Selbstfindung und das Thema "erste Liebe". Dieser Handlungsverlauf - wenn sich die beiden Außenseiter Charleen und Linus allmählich näher kommen und Gefühle füreinander entwickeln - wirkt als einziger im kompletten Film ein wenig bemüht und vorhersehbar.

Fazit: Frech-gewitzte, mit deftigen Dialogen ausgestatte Komödie über eine kluge, schlagfertige junge Hauptfigur, die die Lust am Leben wiederfindet.




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