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Rush - Alles für den Sieg - Plakat
Rush - Alles für den Sieg - Plakat
© Universum Film © Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Rush - Alles für den Sieg (2013)


"Als Sex noch safe und Autofahren gefährlich war." So wirbt universum film für "Rush – Alles für den Sieg". Diesem Leitmotiv folgend beleuchtet der Film die auf wahren Begebenheiten beruhende Rivalität zwischen den beiden Rennfahrern Niki Lauda (Daniel Brühl) und James Hunt (Chris Hemsworth):

Es sind die 70er Jahre. Die Formel 1 begeistert durch Glamour, Technikfaszination und Todesmut. Die Zuschauerzahlen steigen stetig und beinah jedes Jahr sterben Piloten auf den Strecken der Welt. Hunt und Lauda, beide aus wohlhabenden Familien stammend, verweigern sich den Plänen ihrer Eltern und suchen den Erfolg im Motorsport und eben dieser Welt.

Regisseur Ron Howard ("Illuminati", "A Beautiful Mind – Genie und Wahnsinn", "Apollo 13") entfaltet ein stylisch-cooles Zeitgeistportrait der glamourösen 1970er Jahre gespickt mit Adrenalin und Action. Dabei beleuchtet er die grundverschiedenen Charaktere der beiden Protagonisten: Hunt beeindruckt durch Risikobereitschaft beim Fahren und genießt das Leben in vollen Zügen. Ein Frauenschwarm, der nichts anbrennen lässt und keine Party verpasst. Lauda dagegen ist sehr diszipliniert und abwägend, kalkuliert Risiken und ist alles andere als ein Womanizer.
Hier ist allerdings auch die Schwachstelle des Films. Die Charakterdarstellung ist doch sehr schwarz/weiß geraten und lässt feinere biografische Züge vermissen. So ist Hunt der permanente Draufgänger, der mit Sprüchen wie: "The closer you are to death, the more alive you feel" ("Je näher du dem Tod bist, umso lebendiger fühlst du dich") aufwartet, während Lauda sinnierend von maximal zwanzig Prozent Risiko redet.

Passend zu den Charakteren der beiden Rennpiloten sind auch ihre Frauen. Hunt, liiert mit dem erfolgreichsten Model seiner Zeit, Suzy Miller (Olivia Wilde). Showbusiness auch im Privaten inklusive öffentlichkeitswirksamer Trennung. Lauda dagegen ist mit der unscheinbaren Marlene Knaus verheiratet, die ihn bei seiner Karriere unterstützt. Und so enthüllt auch die Darstellung des Privatlebens der beiden nichts Neues und bleibt etwas klischeehaft.

Interessant sind die Vorkommnisse der Jahre, die schließlich in Laudas schrecklichen Unfall münden, aber trotzdem. Dass beispielsweise Lauda das schicksalhafte Rennen 1976 am Nürburgring aufgrund der Wetterbedingungen absagen wollte, allerdings unter Führung Hunts überstimmt wurde. Sein Wiedereinstieg ins Rennen nur wenige Wochen nach dem Unfall und schließlich sein freiwilliges Ausscheiden beim finalen Rennen aus Risikoabwägung.

Übrig bleibt eine Geschichte über zwei sehr unterschiedliche, rivalisierende Männer in einem sehr maskulinen Sport, die sich letztlich schätzen lernen - besser könnte es sich kein Autor ausdenken. Mit einer exzellenten Besetzung, einer guten Dramaturgie und gelungenen, nicht überfrachteten Action-Szenen zeigt "Rush – Alles für den Sieg" die Formel 1 Szene der 70er Jahre und den Aufstieg Niki Laudas zu einem der bekanntesten Rennfahrer aller Zeiten.

Fazit: Ohne spektakulär Neues zu enthüllen, gibt der Film einen interessanten Einblick in die Formel 1 der 70er Jahre und den Beginn der Karriere Niki Laudas. Mit einem gelungenen Cast und gekonnter Dramaturgie muss man für "Rush – Alles für den Sieg" kein ausgesprochener Motorsport-Fan sein, um gut unterhalten zu werden.




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