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The Counselor (2013)

US-Thriller: Irgendwo im amerikanischen Südwesten kommt ein Anwalt auf die Idee, er könne ein ganz klein wenig im Drogengeschäft mitmischen, ohne dabei in ernsthafte kriminelle Handlungen verwickelt zu werden - was sich jedoch schnell als fatal herausstellt...Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.9 / 5

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Der Counselor (Michael Fassbender) lebt als Anwalt in El Paso, Texas. Er kauft seiner Freundin Laura (Penélope Cruz), in die er unsterblich verliebt ist, einen teuren Diamanten für den Verlobungsring. Dabei steckt er gerade in einer finanziellen Krise, aus der er aber einen Ausweg sieht: Er bekundet im Gespräch mit seinem Bekannten Reiner (Javier Bardem), der im kriminellen Milieu Erfahrung hat, Interesse an einem millionenschweren Drogengeschäft. Es handelt sich um einen Laster voller Kokain, der von Mexiko nach Chicago geschickt wird. Als es unterwegs zu Komplikationen kommt, gilt der Counselor wegen eines dummen Zufalls als der Schuldige. Das sagt ihm zumindest der Mittelsmann Westray (Brad Pitt), der Kontakt zum Kartell hält. Der Counselor fragt ihn und Reiner verzweifelt, was er jetzt tun soll, aber niemand scheint ihm noch helfen zu können.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Eine zynische, verrohte Welt erwartet den Zuschauer in dem spannenden Thriller "The Counselor". Im amerikanisch-mexikanischen Grenzland, wo das ganz große Geld mit Drogen winkt und ein Menschenleben nicht viel zählt, sucht ein Anwalt das Spiel mit dem Feuer. Er steigt in ein kriminelles Geschäft ein, das er nicht im Geringsten überblickt, vertraut aber darauf, die Regeln herauszufinden. Unter der Regie von Ridley Scott entfaltet sich eine bizarre, gnadenlos brutale Szenerie, die streckenweise an "No Country for Old Men" von den Coen-Brüdern erinnert. Der Westernthriller basierte auf dem gleichnamigen Roman von Cormac McCarthy, der hier sein erstes Kino-Drehbuch präsentiert. Darin ist es nur ein Schritt vom coolen, smarten Dialog und den Anflügen von schwarzem Humor bis zu einer Serie kaltblütiger Morde.

Wenn ein Thriller besonders raffiniert konstruiert ist, lässt man sich gerne auf Umwege oder falsche Fährten locken, um Detektiv zu spielen und von geistreichen Wendungen überrascht zu werden. "The Counselor" geht noch einen Schritt weiter und wirkt dadurch wirklich innovativ: Man wartet lange im Vertrauen darauf, die Zusammenhänge, in die sich die Titelfigur verirrt, irgendwann doch noch zu begreifen. Wer zieht an welchen Strippen, welche Killer gehören zu welcher Seite? Der namenlose Counselor weiß es nicht, und der Zuschauer erfährt es ebenfalls nur rudimentär. Außer dass es um Drogenmillionen, um Snuff Videos, ein bisschen Liebe und etwas mehr Sex geht, verrät die Geschichte konsequent wenig, damit man sich so klein und ratlos wie der Counselor fühlt.

Der Film ist voll von interessanten Charakteren, die auf ganz verschiedene Weise cool wirken oder wirken wollen. Der Counselor hält sich für sexy und intelligent und verwechselt das Drogengeschäft mit einem Casinobesuch. Bardem spielt als Reiner einen protzigen Reichen mit hochgegeltem Wuschelkopf, der dem Counselor eine bizarre Sexgeschichte auftischt. Seine Freundin Malkina, gespielt von Cameron Diaz, wirkt wie einer der stolzen, in sich ruhenden Geparden, die sie mit sich führt. Sarkasmus und makabere, böse Sequenzen wie jene, in der ein Mord mit einem über die Straße gespannten Drahtseil vorbereitet wird, prägen die Atmosphäre. Gegen Ende überwiegen dann aber die philosophisch-weisen Monologe, die sich der Counselor oft von seinen Gesprächspartnern anhören muss. Zu diesem Zeitpunkt wirken sie nicht mehr spannend, sondern nur noch pseudoklug und angeberisch. Schauen, erschauern und das lästige Bedürfnis überwinden, alles verstehen zu wollen: Für mehr als nur einen interessanten Thriller wird dieses Rezept vermutlich nicht taugen.

Fazit: Der Thriller nach dem ersten Kino-Drehbuch des Schriftstellers Cormac McCarthy legt mit coolen Dialogen, markanten Charakteren und eiskalten Morden eine Spur in ein zynisches Labyrinth, das sich als Sackgasse entpuppt.




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Land: USA
Jahr: 2013
Genre: Thriller
Länge: 124 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 28.11.2013
Regie: Ridley Scott
Darsteller: Michael Fassbender als Counselor, Penélope Cruz als Laura, Cameron Diaz als Malkina
Verleih: 20th Century Fox

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Der Counselor (Michael Fassbender)
Der Counselor begibt sich in gefährliche neue Kreise, verlockt durch die Möglichkeit, schnelles Geld zu machen - dabei ist ihm überaus klar, dass schon [...mehr] eine einzige Entscheidung schockierende und unwiderrufliche Konsequenzen nach sich ziehen kann. Obwohl der smarte Anwalt, dessen richtiger Name im Film nicht bekannt gegeben wird, einige Warnungen über die möglichen Gefahren erhält, die der Deal mit sich bringt, zögert er aufgrund seiner Überheblichkeit nicht, sich an dem Geschäft zu beteiligen.

Laura (Penélope Cruz)
Die Verlobte des Counselors ist schön, intelligent und naiv zugleich; sie sieht vor allem das Gute in jedem Menschen. Doch reicht ihre Liebe zum Counselor aus, um seinen Abstieg aufzuhalten? Als der sich auf einen gewinnträchtigen, aber ebenso heiklen Deal einlässt, steht plötzlich ihr gemeinsames Glück auf dem Spiel. Und beiden drohen tragische Konsequenzen, sollte der Deal platzen...

Reiner (Javier Bardem)
Reiner lebt in zwei Welten: zum einen führt er das extravagante und dekadente Leben eines Nachtclub-Besitzers, zum anderen bewegt er sich in einer brutalen, gesetz- und gnadenlosen kriminellen Unterwelt, die ihm alsbald auf den Fersen ist. Es scheint, als hätte Reiner besondere Einsichten in die zunehmend schwierige Situation des Counselors, aber er ist auch nur das Opfer eines Lebens, das er selbst nur wenig versteht.

Malkina (Cameron Diaz)
Malkina ist Reiners opportunistische und gefährliche Freundin. Sie ist ein undurchsichtiger Mensch, der aufgrund mangelnden Mitgefühls zu fast allem fähig ist. Ihre Kraft bezieht sie durch ihren unerbittlichen Drang alles kontrollieren und besitzen zu wollen, von dem sie meint, es verdient zu haben. Ganz gleich, welche Konsequenzen ihre Handlungen haben; Gewissen ist ein Fremdwort für sie. Als ehemalige Tänzerin verfügt Malkina daneben über besonders "gelenkige" Talente, die bei Reiner bisweilen für Irritationen sorgen. Malkina verstört nicht nur Reiner sondern auch einen Priester.

Westray (Brad Pitt)
Westray ist ein philosophierender, dubioser Mittelsmann, der jederzeit darauf vorbereitet ist, in einem Sekundenbruchteil von der Bildfläche zu verschwinden. Er warnt den Counselor vor der möglichen Gefahr, die sich hinter dem Deal verbirgt, wird aber nicht beachtet. Westray ist ein ebenso attraktiver, charmanter, wortgewandter wie draufgängerischer Frauenheld – eine kleine Schwäche, die ihm früher oder später zum Verhängnis werden könnte.

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