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Kritik: Plötzlich Gigolo (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Berühmt wurde John Turturro vor allem durch seine skurrilen Charaktere in den Filmen eines Spike Lee ("Do the right thing") oder der Coen-Brüder ("Barton Fink", "Big Lebowski"). Seinen eigenen Jahren schon versucht sich der gebürtige New Yorker am Drehbuchschreiben und dem Inszenieren von Filmen. Bei seinem neuesten Film, der Liebeskomödie "Plötzlich Gigolo", orientierte sich Turturro an den launigen New-York-Komödien seines guten Freundes Woody Allen, allen voran "Manhatten" und "Der Stadtneurotiker". "Plötzlich Gigolo" erreicht dabei aber trotz eines namhaften Casts und interessanter Charaktere leider nie die Qualität von Allens Großtaten aus den späten 70ern, was vor allem an fehlenden Pointen, durchwachsenen Dialogen und einer zu schlichten Story liegt, die keinen Film alleine zu tragen vermag.

So ziemlich alles an "Plötzlich Gigolo" erinnert in Turturros fünfter Regie-Arbeit an die erfolgreichsten Werke seines Freundes und Vorbildes, Woody Allen. Egal ob es die lakonischen, sonderbaren Figuren sind - die die Sympathien des Zuschauers schnell auf ihrer Seite haben - oder der Versuch, pointierten Wortwitz anstelle von ulkigen Slapstick walten zu lassen. Nicht zu vergessen die vielen hübsch in Szene gesetzten Aufnahmen berühmter Orte und Sehenswürdigkeiten des Big Apple. "Plötzlich Gigolo", der nach einem eigenen Drehbuch von Turturro entstand, ist der Versuch einer liebevollen Hommage an eine außergewöhnliche Stadt und ihre grotesk-verwunderlichen Bürger und Einwohner. Das gelingt eben mit der gefühlvollen Charakterzeichnung der Figuren und den darstellerischen Leistungen ganz famos.

Vor allem Woody Allen und Vanessa Paradis sind es, die aus schauspielerischer Sicht überragend agieren. Allen hat als ebenso sanftmütiger wie auch eigenbrötlerischer Bücher-Nerd dabei die meisten Lacher - und vor allem den Wortwitz - auf seiner Seite. Das kann man von den übrigen Figuren bzw. Dialogen leider nicht behaupten. An dieser Stelle gestalten sich die Unterhaltungen oftmals leider sehr unspektakulär und schlicht wenig humorvoll. Das größte Problem des Films ist aber die zwar durchaus charmante aber eben nicht voll zündende Idee und Grundprämisse des Films. Dass sich zwei Freunde dazu entschließen, ihre Finanzen künftig mit eingesetzten Liebes-Diensten des Einen aufzubessern, trägt leider nur schwer einen ganzen Spielfilm mit 90 Minuten Laufzeit. Dafür ist das Thema nicht neu auch nicht spektakulär genug. Daran ändert auch die in die Story eingebaute Liebesgeschichte zwischen Fioravante und Avigal nichts, die doch arg bemüht und aufgesetzt wirkt.

Fazit: Großartig besetzte, stark bebilderte New-York-Hommage, deren Story am Ende nicht genug narratives Potenzial aufweist, um einen 90-Minüter alleine zu tragen.




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