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Kritik: Im Herzen der See (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der Film beruht auf dem Literaturklassiker "Moby Dick", dem 1851 von Herman Melville geschriebenen Roman. In keinem anderen Roman wurde zuvor die raue und gefährliche Welt bzw. Praxis des Walfangens derart ausgiebig und detailliert geschildert. "Im Herzen der See" sollte bereits im letzten Jahr in den Kino starten. Verzögerungen bei der Post-Produktion und der Wunsch der Macher, die Chancen des Films bei den Oscars durch einen späteren Starttermin zu erhöhen, sorgten für den zeitlichen Verzug. Die Dreharbeiten begannen im Herbst 2013 und fanden überwiegend in England und auf den Kanarischen Inseln (La Gomera) statt. Regie führte Oscar-Preisträger Ron Howard ("The Missing", "Apollo 13"), der bereits 2013 mit Hauptdarsteller Chris Hemsworth für den Rennfilm "Rush" zusammenarbeitete.

"Im Herzen der See" gelingt etwas, das nicht viele Hollywood-Blockbuster von sich behaupten können: der Film ist als massenkompatibler Film für ein breites Publikum geeignet und bietet spannende Popcorn-Unterhaltung auf höchstem (technischen wie auch dramaturgischen) Niveau. Darüber hinaus ist es aber auch ein Film, der den Geist der literarischen Vorlage atmet. Das heißt: Regisseur Ron Howard wirft immer wieder auch einige zentrale Kernfragen des Romans auf, es geht um philosophische, mythologische und religiöse Grundsatzfragen. Allerdings übertreibt er es mit diesem Ansatz nicht, der Film ist zu keiner Zeit spirituell oder intellektuell überhöht, nein: im Zentrum steht stets die Spannung, der Überlebenskampf der Crew inmitten einer unwirtlichen, brutalen und rohen Natur.

Visuell ist der Film zu jeder Zeit zutiefst beeindruckend und bietet optische Schauwerte, die einen inmitten des Pazifiks an Bord der Essex versetzen und den Kampf gegen die Wellen, den Sturm und den Walbullen realistisch und kraftvoll wiederspiegeln. Die Zerstörung der Essex durch den Wal und der anschließende Untergang sind an Dramatik kaum zu überbieten und derart mitreißend in Szene gesetzt, dass der Film hier Vergleiche mit "Titanic" -hinsichtlich der dramatischen, emotional packenden Szenen beim Untergang - nicht scheuen muss.

Wobei Howard seinen Schwerpunkt dann aber erst nach dem Untergang setzt: er richtet sein Hauptaugenmerk auf den Überlebenskampf der Crew nach dem verheerenden Wal-Angriff, wenn die wenigen Überlebenden in drei spärlich ausgestatteten, kleinen Booten gegen Hunger, Krankheiten und das Meer bestehen müssen. Eine gewaltige Spannung ergibt sich dabei auch aufgrund der Meinungsverschiedenheiten zwischen den Protagonisten Pollard und Chase. Während der eine (Pollard) einzig darauf aus ist, seine Männer gesund wieder an Land zu bringen, ist der andere (Chase) von Rachegedanken- und gelüsten getrieben und setzt alles daran, den Wal zu jagen und zu töten.

Fazit: Kraftvolles, mit übermächtigen optischen Schauwerten ausgestattetes Action-Abenteuer auf hoher See mit exquisiter Besetzung und losgelöster Spannungsschraube von Anfang bis Ende.





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