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Horns
Horns
© Universal Pictures International Germany

Kritik: Horns (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Auf dem Papier ist "Horns" vielversprechend. Die Romanvorlage stammt von Joe Hill, mit bürgerlichem Namen Joseph Hillstrom King, der Sohn des Horror-Großmeisters Stephen. Die Regie übernahm Alexandre Aja, der 2003 mit "Haute tension" dem Genre eine neue Härte verlieh und sich damit von Frankreich nach Hollywood katapultierte. Und die Hauptrolle spielt Daniel Radcliffe, der als Zauberlehrling Harry Potter bereits fleißig Erfahrung mit dem Übernatürlichen sammelte. Doch wenn ein Film mehr als ein Jahr benötigt, um den Weg von seiner Festivalpremiere in Kanada in die US-Kinos zu finden und weitere neun Monate verstreichen, bis er endlich in Deutschland zu sehen ist, ist das meist kein gutes Zeichen.

Ein weiteres Mal beweist Daniel Radcliffe bei seiner Rollenwahl in der Post-"Harry Potter"-Ära kein glückliches Händchen, was weniger an ihm als an einem durchwachsenen Drehbuch und einer unentschlossenen Regie liegt. Radcliffe ist sichtlich bemüht, seinem Repertoire eine weitere, düsterere Facette hinzuzufügen. Ig Perish, einen unschuldigen Adoleszenten, der sich von Gott abkehrt und zum kleinen Antichristen mutiert, spielt Radcliffe teuflisch gut mit höllischem Spaß an der Variation.

Doch seine Performance allein mag "Horns" Schwächen nicht auszubügeln. Keith Bunins Drehbuch lässt die nötige Geschlossenheit und das richtige Tempo vermissen. Erst kommt die Erzählung nur schleppend in Gang, wirkt zu sehr wie eine Nummernrevue, dann überschlagen sich die Ereignisse und stolpern über jede Menge Ungereimtheiten. Viel schwerer wirkt jedoch das Gefühl, dass "Horns" sein volles Potenzial nicht ausschöpft. Die Liebe zum Detail, die sich in diesem an Anspielungen auf die Bibel reichen Film sogar in den Nummernschildern der Autos wiederfindet, wünschte sich der Zuschauer auch für die eine oder andere Handlung des Protagonisten. Ig nutzt seine Fähigkeiten, die ihm Macht über eine ganze Stadt verleihen, viel zu brav. Hier hätte es gern etwas teuflischer zugehen dürfen.

Alexandre Aja, der bereits in "Piranha 3D" (2010) Horror mit Komik verschmolz, findet in seiner jüngsten Horrorkomödie nur selten den richtigen Ton. "Horns" pendelt zu stark zwischen diesen beiden Polen und wirkt damit letztlich seltsam unausgegoren.

Fazit: Horrorkomödie, die zu wenig aus ihrem Potenzial macht und weit hinter den Erwartungen zurückbleibt. Alexandre Aja trifft selten den richtigen Ton und so wirkt sein Film am Ende wie Stückwerk. Fans von Daniel Radcliffe werden dennoch ihren Spaß am einstigen Harry Potter haben, der seinem Rollenrepertoire eine interessante neue Facette hinzufügt.





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