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Kritik: The Zero Theorem (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Nachdem seine letzten Kinofilme "Brothers Grimm" (2005), "Tideland" (2005) und "Das Kabinett des Dr. Parnassus" (2009) von Kritik und Publikum eher verhalten aufgenommen wurden, scheint Terry Gilliam mit "The Zero Theorem" direkt an seinen Klassiker "Brazil" von 1985 anknüpfen zu wollen. Wieder inszeniert der Mitbegründer der Komikergruppe Monty Python eine überdrehte Satire, die scheinbar in der Zukunft spielt, aber eigentlich doch nur unsere Gegenwart ins Groteske verzerrt. War es in "Brazil" noch eine bürokratische Diktatur, die dem Helden Sam Lowry das Leben zur Hölle machte, so blickt Gilliam in "The Zero Theorem" auf die totale Überwachung, allgegenwärtige Werbebotschaften und ein immer stärker vom Virtuellen geprägtes Leben.
Neben den großartigen Darstellern wie Christoph Waltz als kauziges Genie sowie Tilda Swinton und Matt Damon in Nebenrollen verdankt "The Zero Therom" seine Faszination vor allem Terry Gilliams markanter Regie. Seine in schrägen Bildern eingefangene Parallelwelt erstaunt besonders zu Beginn mit unzähligen visuellen Details, extravaganten Kostümen und knallbunten Sets. Doch leider beschränkt sich die Sci-Fi-Groteske nach den ersten Erkundungen dieser aufregenden Welt vollkommen auf eine verlassene Kirche als Handlungsort und igelt sich dort gemeinsam mit dem neurotischen Protagonisten ein. Ein Grund dafür, dass sich der Film immer mehr zum Kammerspiel entwickelt, dürfte sicherlich das verhältnismäßig kleine Budget sein, mit dem sich Gilliam und sein Team hier arrangieren mussten.
Letztlich sind es aber nicht die fehlenden Schauwerte, sondern ein holpriges Drehbuch, das "The Zero Theorem" zu einem ermüdenden und bisweilen ganz schön zähen Erlebnis macht. Wirklich glaubhaft und nachvollziehbar sind nämlich weder die Charaktere noch das bunte Paralleluniversum, das Gilliam hier entwirft, und so bleibt vieles doch nur gut gemeinter Ansatz. Dass der Film seine philosophischen Fragen zudem einer platten und vorhersehbaren Dramaturgie unterwirft, ist schade und so wirkt "The Zero Theorem" alles in allem bloß wie ein misslungener Abklatsch von "Brazil'".

Fazit: Terry Gilliam versucht mit dieser Sci-Fi-Groteske an seinen Klassiker "Brazil" anzuknüpfen, liefert dabei aber lediglich einen schwachen Abklatsch. Einige Schauwerte und die prominenten Darsteller können dennoch überzeugen.





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