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The Homesman
The Homesman
© Praesens-Film AG

Kritik: The Homesman (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Tommy Lee Jones erzählt in seinem Western "The Homesman" in wundervollen Westernbildern im Grunde genommen zwei Geschichten: Von den Frauen im Westen, die an der Härte des Lebens und den Männern zugrunde gehen, und von George Briggs (Tommy Lee Jones), einem Armee-Deserteur, Säufer und Herumtreiber, der von Mary Bee verpflichtet wird, sie auf der Reise gen Osten zu begleiten. Dabei überzeugt der Film insbesondere im ersten Teil mit Bildern der Prärielandschaften und einer guten Mischung aus komischen und ernsten Momenten. Hier glaubt man, "The Homesman" würde von dem Leben im Westen aus Sicht der Frauen zu erzählen, in dem er mit Mary Bee eine sehr starke Hauptfigur in den Mittelpunkt stellt. Sie ist unabhängig, mutig und – wie ihr von Männern oft vorgeworfen wird – autoritär. Aber wenn man im Westen überleben will, muss man hart sein, und vielleicht ist es Mary Bee gar nicht schlecht ergangen, weil sie keinen Mann gefunden hat. Denn die Männer in diesem Film sind Säufer, Schläger, Vergewaltiger oder gewissenlose Profiteure, sie sind feige und aufbrausend.
Von Anfang an wohnt Mary Bee aber auch eine Verzweiflung inne: Sie ist 31 Jahre alt und muss dringend einen Mann finden. Dabei scheinen es weniger die gesellschaftlichen Erwartungen zu sein, die sie bedrängen, als vielmehr ihre eigenen. Im Lauf der Reise wird George für Mary Bee und die drei Frauen zur starken Schulter, die scheinbar Halt bietet – allerdings ist und bleibt er letztlich ein Säufer. Doch Mary Bee will es nicht erkennen, deshalb mündet ihre verzweifelte Suche nach einem Ehemann schließlich in dem demütigenden Versuch, George zur Ehe zu überreden.

Danach erfolgt ein sehr großer Bruch – und so überraschend diese Entwicklung kommt, so wenig macht Regisseur Tommy Lee Jones aus diesem Einfall. Stattdessen nehmen in der zweiten Hälfte des Films die komischen Momente – eindeutig intendiert in der Spielweise Jones’ – stark zu, auch endet die Reise der Frauen lediglich in der Stube einer Pfarrersfrau. Wohin es für sie weitergehen wird, bleibt unklar, denn statt bei den Frauen zu bleiben, folgt der Film Georges Weg. Diese losen Enden und Widersprüche führen letztlich vor allem zu Irritationen, die den Gesamteindruck dieses unterhaltsamen und schön fotografierten Westens leider trüben.

Fazit: Der Westen ist kein Land für nette Menschen – und "The Homesman" ist ein schön fotografierter und gut gespielter Western, dessen einzelne Plot-Elemente sich leider nicht zu einem stimmigen Ganzen zusammenfügen.





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