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Pettersson und Findus - Kleiner Quälgeist, große...chaft
Pettersson und Findus - Kleiner Quälgeist, große Freundschaft
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Kritik: Pettersson & Findus - Kleiner Quälgeist, große Freundschaft (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Der Film "Pettersson und Findus" beruht auf der gleichnamigen Kinderbuch-Reihe, die der Schwede Sven Nordqvist vor 30 Jahren erfand. In Schweden kennt jedes Kind die Bücher über den alten Bauern und auch in Deutschland wuchs seine Fan-Gemeinde vor allem durch die gleichnamige TV-Serie, die ab 2000 ausgestrahlt wurde. Fast zehn Millionen Euro teuer war die Produktion des Kinofilms, der als eine Mischung aus Realfilm und Animation daherkommt. Regisseur Ali Samadi Ahadi ("Salami Aleikum") liefert mit dem ersten Real-Kinofilm über den Bauern und seinen Kater einen herzerwärmenden, liebevoll umgesetzten Film für die ganze Familie, dessen CGI-Effekte mit jeder Hollywood-Hochglanzproduktion mithalten können.

Wer bereits mit den Büchern von Sven Nordqvist seinen Spaß hatte, wird mit dem Kinofilm keine Enttäuschung erleben. Regisseur Ahadi und seinem Team gelingt es problemlos die Seele der kindgerechten, großartig unterhaltenden Geschichten für die große Leinwand zu adaptieren. Dies liegt vor allem an zwei Glanzpunkten, die dem Film eine herausragende Stellung im Bereich des Real-Animations-Mixes zukommen lassen: Die Trickeffekte sind großartig, hinsichtlich Gestik, Mimik und Bewegung scheint der trickanimierte Kater direkt den Büchern entsprungen zu sein. Für diese visuellen Effekte war die hessische Trickschmiede Pixomondo zuständig, die bereits einen Oscar für die beste Animation ("Hugo Cabret") erhielt. Die Szenen mit dem quirligen, liebenswürdigen Kater verschmelzen auf gekonnte Weise mit den Realfilm-Szenen.

Die zweite große Stärke: Die authentischen, wiederrum dem Buch Eins-zu-Eins nachempfundenen Kulissen, die wie das Setting eines Theaterstücks wirken. Die Produktionsdesigner und Ausstatter leisteten hier ganze Arbeit, da es ohne Probleme gelingt, die heimelige Atmosphäre und kuschelige Wohlfühl-Stimmung der Bücher auch auf den Film zu übertragen. Es scheint, als hätten die Macher die Pettersson-Welt aus den Büchern zum Leben erweckt. In Kölner Studios entstand eigens hierfür der bisher größte fotorealistische Hintergrund. Auch die Darsteller machen ihre Sache allesamt gut. Neben Ulrich Noethen (mit langem Rauschebart und Riesenhut kaum wiederzuerkennen) als Hauptfigur, überzeugt vor allem das deftig auftretende Schauspiel-Schwergewicht Marianne Sägebrecht als gutherzige, sympathische Nachbarin Beda Andersson. Einziger Schwachpunkt: die leicht nervtötenden Gesangseinlagen, die es nicht gebraucht hätte und oftmals eher wie ein Fremdkörper in der sonst ausgefeilten, homogenen Mischung aus Real- und Trickfilm wirken.

Fazit: Liebevoll umgesetzter, mit guten Schauspielern ausgestatteter Kinderfilm, dessen malerische (Theater-) Kulissen und phantastische Animationen das Werk zu einem Kinderfilm-Highlight in diesem Jahr machen.




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