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Genius - Die tausend Seiten einer Freundschaft
Genius - Die tausend Seiten einer Freundschaft
© Wild Bunch

Kritik: Genius - Die tausend Seiten einer Freundschaft (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Das Biopic "Genius" basiert auf A. Scott Bergs Biografie "Max Perkins: Editor of Genius", die von dem Drehbuchautor John Logan für die große Leinwand adaptiert wurde. Regie führt der Londoner Theaterregisseur Michael Grandage, der hiermit sein Kinodebüt gibt. "Genius" zentriert sich um die menschliche Beziehung zweier sehr unterschiedlichen Männer. Hierbei brilliert Colin Firth in der Rolle des sensiblen und bedächtigen Lektors Max Perkins, während Jude Law recht theatralisch den exaltierten Autor Tom Wolfe mimt. Aus dem Kontrast und der Reibungsfläche dieser beiden Charaktere schöpft "Genius" seine Spannung - insofern jene vorhanden ist...

Denn obwohl der Drehbuchautor John Logan und der Regisseur Michael Grandage hier nichts falsch machen, fehlt "Genius" jede Originalität, was umso stärker auffällt, da der Film das Geniale direkt im Titel trägt. Wolfe mag ein wildes literarisches Genie gewesen sein, das sich nicht an die Regeln gehalten und neue Ausdrucksformen geschaffen hat - Doch all dieses fehlt komplett diesem braven Biopic, dass sehr konventionell und schön chronologisch vorgeht. - Selbst die Momente maximaler Dramatik wirken ein wenig schal.

An einer Stelle schleppt Wolfe Perkins in einen verrauchten Jazz-Schuppen, in dem sie die beiden einzigen Weißen sind, damit sein braver puritanischer Lektor ein Gefühl für diesen neuen Rhythmus gewinnt, welcher die Inspirationsquelle für seine Literatur bilde. Dies ist eine der lebendigsten Szenen im Film. Nur hätte Wolfe gut daran getan, auch den Regisseur dieses Films zu den wilden Jazz-Musikern mitzunehmen, denn auch dieser ist ein braver Puritaner, der sehr viel Verständnis für Perkins, aber nur wenig für Wolfe hat.

Fazit: "Genius" ist ein solides Biopic, in dem insbesondere Colin Firth als Tom Wolfes aufopferungsvoller Lektor überzeugt. Wahres Genie geht diesem braven Film jedoch leider komplett ab.




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