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Kritik: The Gunman (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Mit "The Gunman" tritt der französische Action-Spezialist Pierre Morel ("96 Hours") an, um den Paranoiathriller der 70er-Jahre im Gewand eines Action-Reißers wiederzubeleben. In Filmen wie Francis Ford Coppolas "Der Dialog" und Allan J. Pakulas "Zeuge einer Verschwörung" ziehen ominöse Kräfte im Verborgenen ihre tödlichen Fäden. Dass diese es in "The Gunman" nicht auf einen Unschuldigen, sondern mit Jim Terrier (Sean Penn) auf einen ehemaligen Profikiller abgesehen haben, unterstreicht die düstere Grundstimmung des Films. Auch ein größerer Kontext schwer durchschaubarer politisch-wirtschaftlicher Verflechtungen scheint hier zunächst gegeben zu sein.

Positiv fällt ebenfalls auf, dass Morel mehr auf eine inzwischen recht altmodisch gewordene körperbetonte Action setzt, bei der schwitzende Muskelpakete zum existentiellen Kampf antreten, anstatt bloß möglichst viel Hightech-Schnickschnack in Schnittgewittern zu verheizen. Der 54-jährige zweifache Oscarpreisträger Sean Penn präsentiert sich hier als durchtrainierter Muskelmann, dem alleine die Birne langsam weich zu werden droht. Denn Terrier leidet an einer unheilbaren degenerativen Hirnerkrankung, die sich immer ausgerechnet dann in äußerst schmerzhaft bemerkbar macht, wenn der Anti-Held unter verstärkten Adrenalinschüben leidet.

ist für einen Actionfilm natürlich eine recht dreiste Prämisse mit äußerst absehbar Wirkung, sobald es ernst zu werden droht. Sehr offensichtlich und zudem recht unglaubwürdig ist auch die viel zu konstruierte Liebesgeschichte zwischen Jim und Anne. Ohne diese wäre "The Gunman" eine ganze Ecke konsequenter und keine Spur ärmer. Ähnliches gilt für Dinge wie Terriers überzogene Wandlung vom Saulus zum Paulus. Wieso muss der Ex-Killer ausgerechnet in Afrika für eine Hilfsorganisation arbeiten? - Scheinbar will er für seine einstigen bösen Taten Buße tun ...

Diese Unstimmigkeiten nehmen leider im Verlaufe der Handlung immer weiter zu. Was zu Beginn ein optisch überdurchschnittlicher existentialistischer Action-Reißer mit kräftigem Noir-Anstrich war, gerät zunehmend aus dem Leim. Ein Großteil der anfänglichen vielversprechenden Spuren, verläuft im Nichts. Der slicke Lack blättert zusehends ab und gibt den Blick auf einen unschönen Kern aus überdeutlicher Gewolltheit und klischeetriefender Unausgegorenheit frei.

Fazit: "The Gunman" fängt mit einem sehr gezielten und sehr fein inszenierten Schuss an, erweist sich am Ende jedoch als eine wenig durchdachte Fehlzündung.




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