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Kritik: Hitman: Agent 47 (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Zu Jubelstürmen gab die Leinwandadaption der Computerspielreihe "Hitman" nur wenig Anlass, als sie 2007 das Licht Welt erblickte. Kritik und Publikum zeigten sich größtenteils enttäuscht, weshalb etwaige Sequel-Pläne schließlich verworfen wurden. Auch der Versuch eines kompletten Neustarts schien zunächst unter keinem guten Stern zu stehen, da der designierte Hauptdarsteller Paul Walker 2013 bei einem Autounfall auf tragische Weise ums Leben kam. Dass die Macher dennoch einen langen Atem bewiesen, ist für sich genommen durchaus löblich, entpuppt sich mit Blick auf den fertigen Film allerdings nicht als Gewinn. Wirklich überzeugen kann "Hitman: Agent 47" nämlich nur in seltenen Momenten, sodass die abermals vorhandenen Fortsetzungsbestrebungen ein Wunschtraum bleiben dürften.

Schon der Einstieg lässt keine Zweifel daran, wohin die Reise gehen soll. Die Titelfigur, der eiskalte, perfekt funktionierende Elitekiller Agent 47, der nun von Rupert Friend ("Homeland") verkörpert wird, schießt ein Heer an feindlichen Handlangern über den Haufen und heftet sich danach an die Fersen der jungen Katia (Hannah Ware), die in Berlin nach Informationen über einen verschwundenen Menschen sucht, ohne zu wissen, dass sie längst ins Visier des skrupellosen Unternehmers Le Clerq (Thomas Kretschmann) geraten ist. Ein denkbar schlichter Handlungsauftakt, der im Folgenden lediglich marginal ausgebaut wird. Bis auf einen Überraschungsmoment im Anfangsdrittel hat der Plot wirklich nichts zu bieten, was den Zuschauer auch nur ansatzweise aus dem Sessel reißen könnte. Flüchten, kämpfen und den aktuellen Erkenntnisstand rekapitulieren – das sind die zentralen Elemente einer Geschichte, die selbst für einen Actionthriller erschreckend vorhersehbar bleibt.

Bezeichnend ist dabei auch, dass die Frankenstein-Bezüge, die in der Prämisse rund um den genetisch optimierten Auftragskiller anklingen, bloß stichwortartig aufgegriffen werden. Die ohnehin eindimensionalen Protagonisten gewinnen so kein zusätzliches Profil, was ein Mitfiebern umso schwerer macht. Als großer Witz erweist sich außerdem die Figur des Oberschurken, dem das Drehbuch nicht eine einzige interessante Eigenschaft zugesteht. Fast schon konsequent ist vor diesem Hintergrund die Darbietung des deutschen Hollywood-Exports Thomas Kretschmann, dessen lustloses Auftreten bisweilen parodistische Züge erreicht. Gewollt ist diese Wirkung sicher nicht, da der Film ansonsten jegliches Augenzwinkern vermeidet.

Etwas mehr Geschick beweisen Regisseur Aleksander Bach, ein Spielfilmneuling, und seine Mitstreiter bei der Inszenierung der zahlreichen Action-Sequenzen, die sich zwar nicht sonderlich ausgeklügelt präsentieren, der Sache aber halbwegs dienlich sind. Störend ist allerdings der etwas billige und übermäßig hervorstechende Einsatz von CGI-Effekten, der das Geschehen stellenweise allzu künstlich erscheinen lässt. Optisch gibt es darüber hinaus wenig zu beklagen, was vor allem manch gut gewähltem Schauplatz – gedreht wurde unter anderem in den Botanischen Gärten Singapurs – zu verdanken ist. Um den anspruchslosen und formelhaften Reißer in ein fesselndes Stück Action-Kino zu verwandeln, reicht das freilich bei weitem nicht.

Fazit: Nachdem schon die erste Leinwandadaption der Computerspielreihe "Hitman" eine Bruchlandung hinlegte, schmiert nun auch die Neuauflage ab, für die der Werbefilmregisseur Aleksander Bach verantwortlich zeichnet. Trotz einiger gelungener Bilder und Krawall-Momente bleibt der Actionthriller ein Reißer von der Stange mit denkbar simpler Handlung, ärgerlichen Klischeefiguren und recht plumpem CGI-Einsatz.




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