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Lucy
Lucy
© Universal Pictures International Germany

Kritik: Lucy (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Lucys geistige Kapazität steigt also von einer – angeblich laut Einstein – normalen 10%-igen Hirn-Nutzung unaufhörlich in Richtung 100% Prozent. - Was das für Folgen hat, kann nicht einmal der Hirnforscher Samuel Norman (Morgan Freeman) abschätzen. Doch der Kinobesucher ist live bei diesem Spektakel dabei: Lucy wird in erster Linie nicht immer intelligenter, sondern verfügt in zunehmenden Maße über eine ins Übersinnliche hinein gesteigerte Wahrnehmung und entwickelt später sogar übersinnliche Fähigkeiten. Zugleich beginnt das Raumkontinuum zu wanken – klar ersichtlich an der Sprengung jeder logischen Fundierung des in seiner schier unglaublichen Absurdität immer haarsträubender werdenden Plots:

Mal ruft Lucy bestimmte Personen an, um wichtige Erkundungen einzuholen. Zugleich haben sich ihre mental-mentalistischen Fähigkeiten jedoch bereits so weit entwickelt, dass sie sowieso den Gedankeninhalt – und damit auch das Wissen – jeder beliebigen Person direkt anzapfen kann. - Doch der Zuschauer versteht: Irgendetwas muss Lucy schließlich tun, sonst wäre der Film an dieser Stelle je bereits vorbei. - Ist auch egal: Hauptsache das Ganze sieht nur schön wild aus. Und das tut es tatsächlich. Schließlich ist Luc Besson Frankreichs Kino-Wunderkind und der einzige europäische Filmemacher, der es in Hinblick auf actiongeladenes Überwältigungskino mit Hollywood aufnehmen kann. Man erinnere sich nur an den bonbonbunten und vollkommen durchgeknallten Sci-Fi-Camp "Das fünfte Element" (1997), in dem Milla Jovovich zur mystischen Superwoman mutierte.

Jetzt legt Besson mit "Lucy" noch einmal mächtig einen drauf und verwandelt Scarlett Johansson in den ersten Menschen einer neuen Übermenschenart. Nicht umsonst heißt die von Johansson verkörperte junge Frau Lucy. Denn dies ist auch der Name, den Wissenschaftler dem real existierenden Skelett des ersten bekannten Menschen gaben. Deshalb ist die Scarlett in bisher unbekannte hochgeistige Sphären beamende Superdroge ausgerechnet eine Substanz, die tatsächlich im weiblichen Körper vorkommt und die dort während der Schwangerschaft beim Baby einen gewaltigen Boost bewirkt. Besson boosted fleißig mit und entfaltet ein überbordenes und aus allen Nähten platzendes visuelles Spektakel, das man so noch nie gesehen hat. Aus diesem Grunde hat sich der Franzose computertechnische Unterstützung bei George Lucas' CGI-Schmiede Industrial Lights and Magic geholt. Das Ergebnis ist das grellste visuelle Knallbonbon seit langem. Deshalb: Einfach das Hirn auf 1%-Nutzung herunterschalten und die Augen dafür umso weiter aufsperren. Dann entfaltet sich hier ein Kinoerlebnis der ganz besonderen, weil vieldimensionalen Art!

Fazit: Dafür, dass Luc Bessons neueste Regiearbeit von der vollen Ausschöpfung der menschlichen geistigen Kapazität handelt, ist das ebenfalls von ihm geschriebene Drehbuch reichlich dämlich. Aber wenn man einfach das Hirn ausschaltet und die Augen aufsperrt, offenbart sich ein visuell einzigartiges Camp-Vergnügen.




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