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Kritik: Der kleine Prinz (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Der kleine Prinz" des Franzosen Antoine de Saint-Exupéry gehört zu den beliebtesten Geschichten der Literatur. Fast jedes Kind kennt die Erzählung vom kleinen Prinzen, die sich in erster Linie gegen die Oberflächlichkeit der Welt der Erwachsenen und den Kapitalismus richtet und fordert, kindliche "Eigenschaften" wie das Ausleben der Phantasie und das Träumen niemals aufzugeben. De Saint-Exupéry schrieb sein bekanntestes Werk 1943 im Exil, sah sich selbst im Hauptberuf aber als Pilot. Er starb bereits 1944 mit Mitte 40, erlebte den immensen Erfolg des Buches daher nicht mehr mit. Bis heute wurden fast 150 Millionen Exemplare verkauft, was das Buch zu einem der erfolgreichsten der Welt macht. Regie bei "Der kleine Prinz" führte Mark Osborne, der den Animations-Blockbuster "Kung Fu Panda" inszenierte.

Das Buch besitzt lediglich 120 Seiten, es ist eine Erzählung und eben kein Roman. Was also tun, um die universelle Geschichte um Freundschaft und Mitmenschlichkeit für ein großes Publikum auf der Leinwand auf einen Film mit 100 Minuten Länge zu strecken? Diese Frage mussten sich die Macher um Regisseur Mark Osborne vor der Realisierung stellen und sie fanden die denkbar beste Antwort darauf: Osborne und sein Team erzählen hier quasi zwei Geschichten – umgesetzt mit jeweils verschiedenen Animationstechniken - in einer, verbinden Tradition und Moderne auf zauber- und märchenhafte Weise, weshalb sich der Film auch für die ganze Familie eignet.

Die der Original-Erzählung entliehenen Teile wurden mit dem Stop-Motion-Verfahren umgesetzt, die Rahmenhandlung des Schulmädchens hingegen präsentiert sich als zeitgemäße, moderne CGI-Animation wie man es auch aus heutigen Animationsfilmen kennt. Damit hebt der Film die beiden Geschichten auch optisch gelungen voneinander ab. Der Film beweist: die universelle, außergewöhnliche Geschichte um den kleinen Jungen von einem fremden Planeten funktioniert auch heute noch, im Jahr 2015, bestens, vor allem wenn man sie in einen entsprechenden, gegenwartsspezifischen Rahmen einbettet.

Lobenswert ist auch, dass sich die Macher bei der Hauptgeschichte um den kleinen Prinzen nahezu hundertprozent an die Vorlage halten, natürlich inklusive der bekannten Zitate und Lebensweisheiten (das wohl berühmteste: "Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."). Zwar driftet der Film immer wieder auch ein wenig ins Kitschige und Schmalzige ab, aber diese Passagen halten sich alles in allem in Grenzen. Zumal sie diejenigen am wenigsten stören werden, die jüngsten unter den Zuschauern nämlich, die mit dem kleinen Prinzen das teilen, was de Saint-Exupéry von jedem Menschen auch im Alter noch einfordert: Einfallsreichtum und kindliche Verspieltheit.

Fazit: Zeitgemäße, tricktechnisch famose filmische Neubearbeitung eines unvergänglichen Klassikers, der gekonnt zwei Geschichten miteinander verwebt und sich sowohl für die kleinsten als auch für ältere Zuschauer eignet.





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