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The Program - Um jeden Preis
The Program - Um jeden Preis
© Studiocanal

Kritik: The Program - Um jeden Preis (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

In der ersten Hälfte der 00er-Jahre zählt er zu den erfolgreichsten und bekanntesten Sportlern der Welt: der US-Amerikaner Lance Armstrong, der den Radsport in dieser Zeit dominiert wie nie zuvor in der Geschichte dieses Sports. Doch der Fall ist umso tiefer: Armstrong wird für seine Vergehen zwar nie rechtskräftig verurteilt, seine Tour-de-France-Siege werden ihm aber rückwirkend von der Antidopingagentur allesamt aberkannt. Stephen Frears' Film ist nun die erste spielfilmische Aufarbeitung des größten Doping-Betruges in der Geschichte des Sports. "The Program" ist der erste Film des britischen Regisseurs und Produzenten seit dem Drama "Philomena" mit Judi Dench. "The Program" wurde im Hebst 2013 gedreht und feierte seine Premiere auf dem diesjährigen Toronto International Film Festival.

Gleich zu Beginn muss gesagt werden: der Film von Stephen Frears liefert keinerlei neuen Infos oder Erkenntnisse, die nicht schon die fabelhafte Doku "The Armstrong Lie" von Alex Gibney aus dem Jahre 2013 bot. Dennoch: auch wenn der Verlauf der Geschichte jedem geläufig und natürlich ebenso bereits zu Beginn der Karriere im Film, die hier chronologisch aufgearbeitet wird, bekannt ist, wie das Ganze endet: "The Program" ist packendes, nie langweiliges oder langatmiges Unterhaltungs-Kino vor einem traurigen, wahren Hintergrund. Ab 1993 - das Jahr, in dem Armstrong die Straßenweltmeisterschaften in Oslo gewann - bis zur Aberkennung der Titel und dem öffentlichen Eingeständnis Armstrongs fast genau 20 Jahre später, hangelt sich Frears an den wichtigsten und entscheidenden Stationen im beruflichen bzw. sportlichen Leben von Armstrong entlang.

Das mag ab und an ein wenig allzu tabellarisch und akribisch-genau wirken, ähnlich einer Doku, aber letztlich zeigt es nur, dass Frears das ganze Drama und den unglaublichen Betrug von Beginn an lückenlos und genau aufzeigen will. Gut ist zudem, dass Frears auch die investigative, aufklärerische Rolle des Journalismus nicht außer Acht lässt. In erster Linie ist der Film aber aufgrund der brillanten Leistung von Ben Foster sehenswert. Foster verschmilzt mit der Figur des gedopten Rad-Profis und kommt ihm nicht nur, aber vor allem auch, äußerlich sehr nahe. Zurückhaltend und mit dem nötigen Respekt der tragischen aber letztlich bewusst schuldigen Figur Armstrong gegenüber, legt er seine Figur zu jeder Zeit wahrhaftig an.

Fazit: Trotz der bekannten Geschichte und damit auch der nicht überraschenden Dramaturgie, ein zu jeder Zeit authentisches, mitreißendes Doku-Drama mit einem fabelhaften Hauptdarsteller Ben Foster.





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