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Kritik: Love & Mercy (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Dass Genie und Wahnsinn dicht beieinander liegen, ist eine Binsenweisheit, die auch ohne konkreten Nachweis ihrer Richtigkeit gerne geglaubt wird. Ein Mensch, der dieses Klischee voll zu bestätigen scheint, ist der Musiker Brian Wilson, der früher das kreative Hirn der Beach Boys war. Wilson (in den Rückblenden im Film: Paul Dano) führte die Gruppe von einer fröhliche Popsongs trällernden Boygroup bis hin zur amerikanischen künstlerischen Konkurrenz zu den Beatles. Doch parallel zu Wilsons immer extremeren kreativen Höheflügen, bekam der begnadete Musiker zunehmend psychische Probleme. "Love & Mercy" erzählt von Brian Wilsons Kampf mit seiner Krankheit und mit einem Betreuer, der sein Leben noch mehr einschränkte.

"Love & Mercy" hebt von anderen Musiker-Biopics ab, dass der Film eine Geschichte erzählt, die auch ohne den berühmten Protagonisten bereits ausreichend spannend und dramatisch wäre, um den Zuschauer gebannt um den weiteren Handlungsverlauf bangen zu lassen. Hinzu kommen durchgängig hervorragende Schauspielerleistungen und eine Inszenierung, die kreativ mit Dingen, wie verschiedenem Filmmaterial und Filtern spielt und die auf diese Weise einen Teil von Wilsons Kreativität und Verrücktheit in eine visuelle Form übersetzt. Auch wenn der Film das Genre nicht komplett neu erfindet, wird dieses Biopic doch so sehr seinem exentrischen Protagonisten gerecht, dass man am Ende meint Brian Wilson tatsächlich ein Stück weit verstanden zu haben.

Fazit: Dies ist ein gelungenes Biopic, das seinem faszinierenden Protagonisten trotz dessen schwerer Greifbarkeit auf bestmögliche Weise gerecht wird.





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