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Alles ist Liebe
Alles ist Liebe
© Universal Pictures International Germany

Kritik: Alles ist Liebe (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 1 / 5

Die Frage, ob denn nur das Original wirklich etwas taugt oder ob es Coverversionen gibt, die dieses noch übertreffen können, kommt in "Alles ist Liebe" immer wieder auf und wird von den Figuren sowohl im Kontext der Popmusik als auch im Hinblick auf Liebesdinge diskutiert. Während die amourösen Verwicklungen in Markus Gollers romantischer Komödie am Ende durchweg konservativ und zugunsten des Ursprünglichen aufgelöst werden (Ehen werden gerettet, Jugendlieben finden doch noch zusammen etc.), zeigt sich zumindest der Soundtrack kompromissbereit und hält einige Cover bereit. Die Frage der Originalität lässt sich aber auch auf den gesamten Film ausweiten, denn der ist zwar nicht als Remake konzipiert, ähnelt aber auf frappierende Weise einigen erfolgreichen britischen Produktionen.

Neben den beiden "Bridget-Jones"-Filmen (2001, 2004) mit ihren Soundtracks voller Soulklassiker und dem markanten Auftritt eines selbstgestrickten Wollpullovers, bedienen sich Goller und seine Drehbuchautorin Jane Ainscough vor allem bei Richard Curtis' Hit "Tatsächlich … Liebe" (2003). Dabei wird nicht nur die grobe Idee eines in der Weihnachtszeit angesiedelten Episodenfilms übernommen, sondern auch zahlreiche Figuren, Situationen und Witze sind bereits aus der berühmten Vorlage bekannt und werden nur minimal variiert. Selbstverständlich hat auch "Tatsächlich … Liebe" das Rad nicht neu erfunden, aber der Umgang mit den großen Vorbildern aus dem Bereich Romantic Comedy war in Curtis' Film im Vergleich doch transparent und spielerisch. "Alles ist Liebe" hingegen wirkt wie ein bloßer Abklatsch, bei dem das Original mit bescheideneren Mitteln sowie prominenten deutschen Darstellern nachgefilmt wurde und die Macher zu hoffen scheinen, dass niemand "Tatsächlich … Liebe" gesehen hat.

Das Ergebnis ist ein peinlicher und gründlich misslungener Versuch eine deutsche Komödie zu drehen, die mit der internationalen Konkurrenz mithalten kann. Während die Story dünn ist und die Charaktere flach, wird in Sachen Kitsch und Klischees umso dicker aufgetragen. Mit seinen zuckersüßen Kindern, den rührseligen Versöhnungen und einem banalen Happy End überbietet "Alles ist Liebe" dabei sogar noch die oft geschmähten Produktionen aus Hollywood mit Leichtigkeit.

Fazit: Diese flache Komödie liefert pünktlich zur Weihnachtszeit abgeschmackte Rührseligkeiten und bedient sich dabei schamlos an bekannten Vorbildern, allen voran "Tatsächlich … Liebe".





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