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Kritik: Ostwind 2 (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Mit ähnlichen Zutaten, die schon dem ersten Teil vor zwei Jahren zum Kino-Hit verhalfen, versucht Regisseurin Katja von Garnier auch bei der Fortsetzung, ein vornehmlich junges und weibliches Publikum in die Kinos zu locken. Der erste Teil gehörte mit fast einer Millionen Besuchern zu den 40 erfolgreichsten Kinofilmen des Jahres 2013 in Deutschland, und auch die Kritik äußerte sich fast durchweg positiv über die verträumte, jugendkompatible Pferde-Oper. Für Katja von Garnier ist es nach der Konzert-Doku "Forever and a Day" über die Scorpions bereits der zweite Film, den sie als Regisseurin in diesem Jahr in die Kinos bringt.

Erneut setzt Filmemacherin von Garnier mit ihrem eingespielten Darsteller-Team auf eine leicht verdauliche, massentaugliche Kombination aus Teenie-Drama, Tierfilm und diesmal mehr denn je romantische Elemente, eine Mischung, die bereits den Reiz den ersten Films ausmachte und zu einem Kinoerfolg werden ließ. Das Gute ist, dass Drehbuch und Story Minkas Eintritt ins Pubertätsalter mehr denn je Rechnung tragen und die Figur demzufolge auch weiterentwickelt wurde. Entsprechend der zwei Jahre, die seit dem ersten Teil vergangen sind, sind für Mika Dinge wie Liebe und Romantik auch wichtiger als noch 2013 im Erstling, als ihr Charakter doch noch recht kindlich angehaucht war und sie sich einzig für ihr geliebtes Pferd interessierte. Das ändert sich jetzt mit dem Auftauchen von Milan, der mit viel Präsenz und Ausdrucksvermögen von Jung-Darsteller Jannis Niewöhner verkörpert wird.

Die romantischen bzw. emotionalen Elemente nehmen in "Ostwind 2" also deutlich mehr Raum ein als im Vorgänger, was dem Film aber keineswegs schlecht bekommt. Zudem setzt von Garnier wieder auf leicht pathetisch anmutende, auf nicht enden wollende Zeitlupen-Einstellungen voller Hochglanz-Bilder, die Mika und ihr Ostwind im Einklang miteinander zeigen, und wie sie anmutig und erhaben durch die Wälder reiten. Ein gewisses Maß und Kitsch und Melodramatik lassen sich hier freilich nicht vermeiden, an dieser Stelle wäre etwas weniger wohl mehr gewesen. Dennoch: dem jugendlichen, weiblichen Publikum wirds gefallen, zumal die in Watte verpackte Botschaft den Films, die für eine artgerechtere Haltung und einen auf das Wohl der Tiere ausgerichteten Umgang mit Pferden wirbt, der Zielgruppe ebenfalls zusagen dürfte. Gelegentliche Leerläufe in Dramaturgie und Plotverlauf werden vor allem durch den charmanten Witz des in der Rolle des einfühlsamen, spitzbübischen Pferdeflüsterers ideal besetzten Tilo Prückner wieder wett gemacht.

Fazit: Elegisch bebildertes, exakt auf die Bedürfnisse der Zielgruppe ausgerichtetes Pferde-Märchen mit romantischen Untertönen, lediglich mit verschmerzbaren Schwächen beim Spannungsbogen und der zu hohen Anzahl an (ein bisschen zu schmalzig geratenen) Zeitlupensequenzen.




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