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We Are Your Friends
We Are Your Friends
© Studiocanal

Kritik: We Are Your Friends (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Man kann sich vorstellen, was für eine Art Film dem Regisseur Max Joseph mit seinem Spielfilmdebüt vorgeschwebt hat: ein emotionales Drama, das in rauschhaften Bildern von Aufstieg und Fall sowie von Exzess und moralischer Ernüchterung erzählt. Die Parallelen zu wuchtigen Produktionen wie Martin Scorseses "The Wolf of Wall Street" (2013) sind unübersehbar, aber ebenso rasch wird deutlich, dass "We Are Your Friends" weit hinter seinen Vorbildern zurückbleibt.

Das beginnt mit einer missglückten Einleitung, die zwar äußerst dynamisch mit einem wahren Montage-Stakkato loshechtet, aber es dabei versäumt, die Figuren und ihre Konflikte glaubhaft darzustellen. Vieles in dem DJ-Drama bleibt Klischee und Abziehbild, was umso bedauerlicher ist, da die Geschichte eine altbekannte ist und etwas Wagemut gut gebrauchen könnte. Der bis zum Anschlag aufgedrehte Soundtrack mag zwar ein Interesse am Zeitgeist vortäuschen und der überproduzierte Mix aus Animationssequenzen und Texteinblendungen eine stürmische Pop-Ästhetik imitieren, storytechnisch hat das Zac-Efron-Vehikel allerdings einen sehr langen Bart.

Durch Josephs Mangel an inszenatorischer Raffinesse wirkt "We Are Your Friends" bei allem Drang zur Jugendlichkeit so schnell abgedroschen und wenig authentisch. Teenieschwarm Efron ist ein weiterer schwerwiegender Schwachpunkt und kann selbst im Angesicht von Gewalt, Drogen und Sex sein Saubermann-Image nicht ablegen. Die Abgründe und Hindernisse, von denen das Drama vorgibt zu erzählen, werden an der Seite des glatten Helden allzu leicht überwunden und alle Konflikte zum Finale hin auf geradezu lächerlich sentimentale Weise gelöst.

Fazit: Trotz eines bis zum Anschlag aufgedrehten Soundtracks und einer dynamischen Montage bietet Max Josephs Spielfilmdebüt lediglich abgedroschene Unterhaltung voller Klischees. Hauptdarsteller Zac Efron ist zudem fehlbesetzt und schafft es nicht die dunklen Seiten seiner Figur glaubhaft darzustellen.





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