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Baywatch
Baywatch
© Paramount Pictures Germany

Kritik: Baywatch (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Wer von Seth Gordons "Baywatch"-Film eine Kinofassung der gleichnamigen Erfolgsserie aus den 1990ern erwartet, wird schon in den ersten Minuten eine Überraschung überleben. Nach einigen atmosphärischen Strandaufnahmen beginnt hier nämlich ein überdrehtes Spektakel, das dem naiven Charme und dem dramatischen Pathos der Vorlage eine klare Absage erteilt: Gordons Film ist eine selbstironische Buddy-Komödie, die vor Albernheiten und Geschmacklosigkeiten nicht zurückschreckt und ganz klar ein jugendliches Publikum von heute statt den Serien-Fans von gestern anvisiert.

Mit seinem niemals zur Ruhe kommenden Hiphop-Soundtrack sowie dem auf Körperlichkeiten und groben Slapstick fixierten Humor reiht sich "Baywatch" nahtlos in die US-amerikanischen Mainstreamkomödien der letzten Dekade ein. Vor allem Melissa-McCarthy-Vehikel wie "Taffe Mädels" (2013) oder die "Hangover"-Trilogie mögen einem hier in den Sinn kommen.

Im direkten Vergleich erweist sich "Baywatch" dabei allerdings als schwacher Vertreter seines Genres. Damit zu kokettieren, dass das alles nur ein großer, dummer Spaß ist, reicht nämlich bei weitem nicht aus, um einen Film über 100 Minuten lang zu tragen. Allzu viele Gags wollen einfach nicht zünden, während die Actionszenen uninspiriert wirken. Überhaupt scheint das Drehbuch unentschlossen zu sein, was es nun eigentlich erzählen will: Zwischen totalem Nonsens und halbwegs ernsthaftem Krimi samt Anti-Drogen-Botschaft findet der Film keinen überzeugenden Ton.

Bedauerlich ist zudem, dass besonders die weiblichen Darstellerinnen kaum gefordert sind und oftmals auf ihre körperliche Anwesenheit reduziert werden. Wie schauspielerische Lichtblicke erscheinen da beinahe schon die Performances von Jon Bass, der mit Inbrunst den stereotypen Nerd verkörpert, und Dwayne Johnson. Johnson gibt zwar mal wieder lediglich den coolen Typen mit unfehlbarer Moral und Sinn für Gerechtigkeit, aber seine Figur schafft es, der belanglosen Komödie dann doch ein wenig Charakter und Charme zu verleihen.

Fazit: Seth Gordons Kinofassung von "Baywatch" ist ein überdrehtes Spektakel, das sich selbst nicht sonderlich ernst nimmt. Viel zu lachen gibt es in dieser belanglosen Komödie leider trotzdem nicht – allzu viele Gags zünden nicht, die Action bleibt uninspiriert und unter den Darstellern kann ausgerechnet Dwayne Johnson als einziger Lichtblick gelten.





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