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Dämonen und Wunder - Dheepan
Dämonen und Wunder - Dheepan
© Weltkino Filmverleih

Kritik: Dämonen und Wunder - Dheepan (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Nach erfolgreichen Filmen wie "Der wilde Schlag meines Herzens" (2005), "Ein Prophet" (2009) sowie "Der Geschmack von Rost und Knochen" (2012) waren die Erwartungen an Jacques Audiards neues Regie-Projekt natürlich groß. Bei den Filmfestspielen in Cannes wurde "Dämonen und Wunder" immerhin bereits mit der Goldenen Palme ausgezeichnet, die kritischen Stimmen zum Flüchtlingsdrama sind weitestgehend positiv.

Und ein schlechter Film ist "Dämonen und Wunder" keineswegs. Vor allem in der ersten Hälfte erweist sich Audiard wieder einmal als starker Erzähler, der hier mit nüchternem Realismus die Erlebnisse seiner aus ihrer Heimat geflohenen Protagonisten schildert. Handlung und Inszenierung verpflichten sich dabei ganz den Konventionen des Sozialdramas, erst nach und nach verrückt Audiard seine Geschichte tonal und überrascht schließlich mit einem drastischen Bruch.

"Dämonen und Wunder" ist also kein reines Genre-Kino, sondern wie von Audiard zu erwarten, ein eigenwilliger Bastard aus Action-Thriller, Tragödie und Liebesfilm. Doch im Vergleich zu seinen vorherigen Filmen, erweist sich sein neuester Spielfilm als deutlich schwächer, vor allem weil die einzelnen Versatzstücke sich nicht zu einem überzeugenden Ganzen fügen wollen. Besonders das irritierende Ende hat etwas Effekthaschendes an sich und verrät die zu Beginn sorgsam entwickelten Figuren und die authentische Atmosphäre für einen finalen Knalleffekt.

Fazit: Jacques Audiards Genre-Mix aus Flüchtlingsdrama, Liebesfilm und Action-Thriller überzeugt vor allem zu Beginn durch seine sorgsam entwickelten Figuren und eine dichte Atmosphäre. Leider fügen sich die einzelnen Versatzstücke zu keinem stimmigen Ganzen zusammen und münden in einem allzu effekthaschenden Ende.




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