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Kritik: The Legend of Tarzan (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

In weit mehr als hundert Filmen schwang sich der vom US-amerikanischen Schriftsteller Edgar Rice Burroughs erfundene Tarzan schon von Liane zu Liane, müde ist er dabei bis zum heutigen Tag nicht geworden. Erst 2013 gab es letztmals die Gelegenheit, den Dschungelhelden auf der großen Leinwand zu bewundern – und zwar in Form einer miserablen deutschen Produktion unter der Regie von Reinhard Klooss ("Konferenz der Tiere", 2010).

Von Klooss' liebloser und technisch schwacher Umsetzung des Stoffes ist die nun startende Version von David Yates ("Harry Potter") glücklicherweise weit entfernt. Allerdings gelingt es "Legend of Tarzan" trotz seiner Ambitionen nicht, mit besseren "Tarzan"-Filmen wie "Greystoke – Die Legende von Tarzan, Herr der Affen" (1984) mitzuhalten.

Während einzelne Aspekte des Film durchaus lobenswert sind, bleibt doch stets ein schaler Beigeschmack: Die Effekte sind gelungen, ohne wirklich zu verzaubern, die prominenten Darsteller spielen solide, ohne mitzureißen. Kritische Zwischentöne zum Kolonialismus und politische Reflexionen zum Thema Rassismus ergänzen das Tarzan-Universum zwar um einige interessante, aktuelle Facetten, aber verharren letztlich zu sehr an der Oberfläche dieses naiven Unterhaltungsfilms.

Das wäre leichter zu verzeihen, wenn denn das Tempo des actiongeladenen Spektakels stimmen würde. Aber hier verliert sich Regisseur Yates bei der Inszenierung leider immer wieder im Effektgewitter, statt die ihm zur Verfügung stehenden Mittel effektiv einzusetzen. Selten packen die Actionsequenzen, es mangelt ihnen wie dem gesamten Film im entscheidenden Moment an Rhythmus und Raffinesse.

Fazit: David Yates' Neuinterpretation des Dschungelhelden Tarzan gibt sich ambitioniert und aktualisiert die altbekannte Geschichte um antikolonialistische Zwischentöne. Trotz gelungener Effekte sowie solider Darsteller bietet "Legend of Tarzan" dennoch lediglich naive Unterhaltung auf durchschnittlichem Niveau, vor allem den zahlreichen Actionsequenzen mangelt es an Rhythmus und Raffinesse.




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