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Valerian - Die Stadt der tausend Planeten
Valerian - Die Stadt der tausend Planeten
© Universum Film

Kritik: Valerian - Die Stadt der tausend Planeten (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Nachdem sich der letzte Film von Regisseur Luc Besson, "Lucy", mit weit über 400 Millionen Dollar Einspielergebnis zu einem Welterfolg entwickelte, erhielt der Franzose grünes Licht für sein Herzensprojekt. Seit rund 20 Jahren plant der Franzose, der bereits mit "Das fünfte Element" eine bunte Science-Fiction-Oper schuf, eine Verfilmung des kultisch verehrten "Valerian"-Comics. Luc Besson orientierte sich bei seiner Verfilmung am sechsten Band der Comic-Serie, in der die Weltraumstadt Alpha mit ihren unzähligen Aliens eine tragende Rolle spielt. Im Original heißt die Stadt allerdings "Central City".

Mit "Valerian" erfüllte sich Frankreichs Star-Regisseur Luc Besson ("Léon – der Profi", "Nikita") einen lange gehegten Traum. Aufgrund der technischen Weiterentwicklung und der fortschrittlichen CGI-Möglichkeiten heutzutage, konnte Besson "Valerian" endlich verwirklichen. Der mit vielen Reminiszenzen an Sci-Fi-Klassiker ("Star Wars", "Planet der Affen") bestückte Film, hat dabei schon jetzt einen Rekord sicher: mit rund 180 Millionen Dollar Budget, ist "Valerian" die teuerste europäische Filmproduktion aller Zeiten.

Und das sieht man dem fast 140-minütigen Epos auch in nahezu jeder Szene, jeder Einstellung an. "Valerian" zündet ein Effekte- Feuerwerk, das sich in Sachen Detailreichtum und Realitätsgrad nicht hinter bombastischen Trickspektakeln wie der "Transformers"-Reihe oder "Pacific Rim" verstecken braucht. Im Gegenteil: "Valerian" ist optisch noch pompöser, bunter, atemberaubender und vielfältiger. Was nicht zuletzt an der Umsetzung jener üppigen Welt liegt, die man bis vor einigen Jahren so noch nicht auf die Leinwand hätte bringen können: Alpha.

Die Vielseitigkeit und schiere Menge an verschiedenen Wesen, Rassen und Kreaturen ist kaum in Worte zu fassen und lässt die Figurenvielfalt in "Star Wars" dagegen ganz schön alt aussehen. Ein Großteil der 2700 im Film zu sehenden Spezialeffekte entfielen dann auch auf diese Umwandlung von Alpha (bzw. "Central City"): von der unverfilmbaren Comic-Fantasie zur bildgewordenen CGI-Pracht auf der großen Leinwand. Stark sind auch die beiden Hauptdarsteller, Dane DeHaan und Cara Delevigne, als ungleiches aber dennoch eingespieltes Dreamteam, das sich herrlich bissige Wortgefechte liefert. Jung, charismatisch, (nah-)kampferprobt: Valerian und Laureline könnten für Millionen von jungen Menschen die neuen Teenie-Idole und Identifikationsfiguren werden.

Im Gedächtnis wird zudem so manch kultiger Gastauftritt bewährter Superstars bleiben, allen voran der von R’n’B-Sternchen Rihanna als geheimnisvolle, verführerische Formenwandlerin. Und eine Hommage an den androgynsten, alien-ähnlichsten aller männlichen Pop-Stars gibt es auch: David Bowie.

Mit 140 Minuten ist der Film jedoch deutlich zu lang geraten. Einige Nebenschauplätze und -plots hätte Besson einstampfen müssen, da sich dadurch unnötige Langeweile einstellt. Ohne sie wäre der Film noch kompakter geworden, ohne jegliche Längen. Zudem kaschiert der Film durch seine visuelle Opulenz freilich auch seine unbestreitbar vorhandenen dramaturgischen sowie erzählerischen Schwächen. Sci-Fi-Fans und Freunde bildgewaltiger Blockbuster, werden sich daran aber nicht stören.

Fazit: Dramaturgische Schwäche und einige überflüssige, inhaltliche Nebenschauplätze werden geschickt von den atemberaubenden Effekten und der verblüffenden CGI kaschiert. Die hier präsentierten Bilderwelten, gehören dafür aber zu den vielseitigsten, detailreichsten und schlicht berauschendsten der letzten Jahre. Ein Fest für die Augen.




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