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Mia Madre
Mia Madre
© Neue Visionen © Koch Media

Kritik: Mia Madre (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Den Reichtum und die Fülle, die Nanni Moretti mit seinem neuen Film bietet, lassen sich wie schon in früheren Werken des italienischen Regisseurs leicht übersehen. Denn sowohl der Plot als auch die Inszenierung erweisen sich erst einmal als konventionell und geradezu unauffällig. Ohne große Aufregung und spektakuläre Einfälle erzählt der Filmemacher beruhend auf eigenen Erfahrungen von der Regisseurin Margherita und dem nahenden Tod ihrer Mutter.

Seine große Kraft erhält "Mia Madre" dabei in erster Linie durch das präzise Spiel der Darsteller, das feine Gespür des Regisseurs für Atmosphäre sowie die stimmigen Dialoge. Wie so oft bei Moretti findet das leise Drama dabei seinen ganz eigenen Ton zwischen Tragik und Humor. Lachen und Weinen, Intellekt und Herz gehen scheinbar nahtlos ineinander über, auf Knalleffekte sowie überdeutliche Pointen und Botschaften wird hingegen verzichtet.

Das Tabuthema Tod, satirische Spitzen auf die Filmindustrie sowie Traumszenen und Erinnerungen finden sich alle in dieser im Grunde alltäglichen Erzählung, die gerade durch ihre Zurückgenommenheit dazu gewinnt und ihre Sujets und Figuren behutsam entwickelt. Trotz seiner zahlreichen Anspielungen auf die Filmgeschichte, Verweise auf Morettis Biografie sowie Parallelen zwischen den einzelnen Handlungssträngen ist "Mia Madre" kein Film, der mit seiner Dichte erstickt, sondern im Gegenteil dem Publikum Freiräume für eigen Gedanken gewährt.

Fazit: Nanni Morettis ruhiges Drama erzählt ohne Knalleffekte und falsches Pathos vom Sterben und schaut zudem kritisch auf die Filmindustrie. Dank der präzise spielenden Darsteller sowie einer behutsamen Inszenierung findet der Film seinen ganz eigenen Ton zwischen Humor und Tragik.





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