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Sing
Sing
© Universal Pictures International Germany

Kritik: Sing (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Sing" ist der neue Animationsfilm des produzierenden Studios "Illumination Entertainment/Universal Pictures", das sich mittlerweile neben den Platzhirschen Pixar und Dreamworks etabliert hat – dank solcher Publikumsrenner wie "Ich - einfach unverbesserlich" oder auch die "Minions". Regie führte Gareth Jennigs, der sich bisher vor allem einen Namen als Musikvideo-Regisseur machte (u.a. Blur, Radiohead, Travis). Die Macher nahmen den Titel des Films, "Sing", wörtlich: nicht weniger als 85 Lieder, von bewährten Pop-Klassikern über Songwriter-Standards bis hin zu aktuellen Charts-Rennern, sind im Film zu hören bzw. klingen an. Im Original leihen Hollywood-Stars wie Matthew McConaughey, Scarlett Johansson sowie Reese Witherspoon den Tieren ihre Stimme.

"Sing" ist ein Animationsfilm der etwas anderen Art, bei dem natürlich vor allem Musik-Fans auf ihre Kosten kommen. Das Team um Regisseur Jennings gab sich alle Mühe, die tierischen Kandidaten der Show einen Querschnitt verschiedener Stilrichtungen und musikalischer Genres präsentieren zu lassen: zu hören gibt es daher neben jüngeren, poppigen Charts-Stürmern u.a. von Katy Perry, Lady Gaga oder Taylor Swift auch zeitlose Crooner-Klassiker von Frank Sinatra sowie Singer/Songwriter-Evergreens, z.B. von Leonhard Cohen. Darüber hinaus Rock, Emo, Jazz, Soul, R’n’B, Hip-Hop etc pp. Und nicht zu vergessen: die eigens für den Film komponierte Musik inklusive des inoffiziellen Titelsongs des Films, "Faith", gesungen von Stevie Wonder und Ariana Grande.

Ebenso bunt, abwechslungsreich und teils schrill wie die Liederauswahl des Films geraten ist, kommen auch die sympathischen, schrulligen Charaktere daher. Unzählige drollige Tiere bevölkern "Sing" wobei es in dem Film aber nicht darum geht, irgendwen zu denunzieren oder in die Pfanne zu hauen. Auch als Castingshow- und Medien-Kritik oder gar Persiflage, ist der Film nicht gedacht, zudem existiert zwischen den Kandidaten der Show kein harter Konkurrenzkampf. Vielmehr geht es darum, im Angesicht unerwarteter Probleme und existenzieller Ängste, zusammenzustehen und zusammen zu halten. Eine liebenswerte, wichtige Botschaft, gerade in Zeiten wie diesen. Aufgrund der hohen Zahl hier auftretender Tiere, mangelt es dem Film zwar an allzu vielschichtigen, komplexen Figuren, mit denen man sich über die Maßen identifizieren könnte.

Dennoch ist es nicht so, dass die Macher die Vorgeschichten, Lebenswelten und Hintergründe der Protagonisten komplett außen vor ließen. Vor allem die Finalteilnehmer haben, neben ihrer großen Leidenschaft für das Singen, eines gemeinsam: alltägliche, "menschliche" Probleme und Schwierigkeiten, die so manch einem Zuschauer bekannt vorkommen dürften: von starken Meinungsverschiedenheiten mit der Familie, Überforderung durch die Kindererziehung bis hin zu Versagensängsten und mangelndem Selbstbewusstsein. Das macht zumindest diese Figuren am Ende dann doch noch ein Stück weit greifbar und bringt sie dem Zuschauer emotional näher.

Fazit: Knallbunter, mit vielen schrullig-abgedrehten, tierischen Figuren ausgestatteter Animationsspaß, dessen Musikanteil so hoch und abwechslungsreich ist wie in keinem Animationsfilm zuvor.





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