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Kritik: Vier gegen die Bank (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Nach zehn Jahren Leinwandabstinenz kehrt Star-Regisseur Wolfgang Petersen ("Das Boot", "Air Force One") ins Kino zurück. Sein letzter Film war 2006 das Remake des Katastrophenfilms "Der Untergang der Poseidon" von 1972, der jedoch bei Publikum und Kritik durchfiel. Für "Vier gegen die Bank" – eine Neuverfilmung des gleichnamigen Petersen TV-Films aus den 70ern – versammelte der 75-jährige die größten deutschen Kassenmagneten vor den Kameras: Jan Josef Liefers, Til Schweiger, Matthias Schweighöfer und Michael Bully Herbig.

"Vier gegen die Bank" wurde von Ende 2015 bis Februar 2016 in Berlin gedreht. Als Außenkulisse der Bank diente dem Team das Alte Stadthaus im Stadtteil Mitte. "Vier gegen die Bank" ist kein besonders origineller Film, der dem Genre des Heist-Movies nichts Neues hinzufügen kann. Der Film macht keinen Hehl aus seinen Vorbildern – etwa die "Ocean‘s Eleven"-Reihe – und liefert vor allem in Sachen Gags und Figurenzeichnung immer wieder auch Klischees und Stereotype. Einige (Neben-)Charaktere sind zudem ins Groteske überzeichnet und den Fäkalhumor (bzw. die -sprache) hätten sich die Macher auch sparen können, dennoch: "Vier gegen die Bank" funktioniert als unterhaltsame, kurzweilige Komödie dennoch über weite Strecken gut. Dies liegt in erster Linie an den – gehörig Spielfreude an den Tag legenden – Darstellern, die ihre Rolle mit Leidenschaft ausfüllen.

Die Drehbuchautoren hätten die Protagonisten zudem nicht unterschiedlicher anlegen können, was dafür sorgt, dass die Darsteller schön gegen ihr Image agieren und anspielen dürfen. Da ist Schweighöfer als eitler, egozentrischer Werbeheini mit "Goldlöckchen", Liefers als in die Jahre gekommener, erfolgloser Schauspieler oder auch Bully Herbig als vertrottelter, schüchterner Loser, der so gar nicht in die Welt aus gestriegelten Bank-Mitarbeitern und egoistischen Finanz-Jongleuren, passen will. Und Til Schweiger gefällt als unterbelichteter aber herrlich comichaft angelegter Schlägertyp, der in einem ähnlichen Charakter auch schon in Tarantinos "Inglourious Basterds" zu sehen war.

Der Bankraub selbst ist abwechslungsreich, spaßig und läuft – natürlich – gehörig aus dem Ruder. Ab und an gibt es deftigen Haudrauf- und Schenkelklopfer-Humor aber das gleichen die abseitigen Bart-Verkleidungen der vier Möchtegern-Profi-Bankräuber wieder aus. Wenn man über die zu Beginn erwähnten Schwächen hinwegsieht, erlebt man mit "Vier gegen die Bank" eine heitere Komödie, die sich und ihre Charaktere nicht allzu ernst nimmt.

Fazit: Trotz allerlei (Gag-)Klischees und einer wenig originellen Story, bietet die rasante Heist-Komödie "Vier gegen die Bank" dank der schrulligen Figuren und einiger netter Einfälle, kurzweilige Unterhaltung.





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