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Sherlock Gnomes
Sherlock Gnomes
© Paramount Pictures Germany

Kritik: Sherlock Gnomes (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Im Jahre 2011 verlegte das Animationswerk "Gnomeo & Julia" den Tragödienklassiker "Romeo und Julia" von William Shakespeare in die Welt der Gartenzwerge – und erreichte mit diesem Konzept trotz mäßiger Kritiken einen beachtlichen finanziellen Erfolg. Sieben Jahre später kommt nun mit "Sherlock Gnomes" die Fortsetzung in die Lichtspielhäuser. Da der erste Film – anders als das Vorbild aus dem Jahre 1597 – ein glückliches Ende fand, ist das zentrale Paar zwar noch quicklebendig; die Liebesgeschichte zwischen den beiden ist aber dennoch eigentlich auserzählt, weshalb sich Gnomeo und Julia die narrative Aufmerksamkeit jetzt mit einem anderen berühmten Duo der Literaturhistorie teilen müssen: Die von Arthur Conan Doyle erschaffenen Figuren Sherlock Holmes und Dr. Watson treten in Zwergengestalt auf, um einen kniffligen Fall zu lösen.

Die Kombination der beiden Stränge gelingt nicht immer. Das Drehbuch versucht, Parallelen in den Beziehungen herzustellen: Während sich Gnomeo von der eifrig im neuen Garten arbeitenden Julia unbeachtet fühlt, hat Watson mit der fehlenden Wertschätzung von Holmes zu kämpfen. Die Botschaft, sein Gegenüber stets zu achten und gut miteinander zu kommunizieren, ist keineswegs verkehrt, dennoch mangelt es der Handlung an Spannung. Diese wird in der Umsetzung auch durch zahlreiche Action-Momente – etwa in der Londoner Kanalisation, im Natural History Museum oder im königlichen Green Park auf der Flucht vor einem großen Hund – selten erzielt. Die Suche nach Hinweisen führt die Figuren an unterschiedliche, sehr schön und detailreich gestaltete Orte, zum Beispiel nach Chinatown in ein Warenhaus voller Maneki-nekos; dabei entsteht allerdings allzu oft die Anmutung einer hektischen Nummernrevue – was insbesondere bei einer Tanz- und Gesangseinlage von Holmes' Ex-Verlobten Irene (mit der Stimme von Mary J. Blige) in einem Puppenmuseum deutlich wird.

Einige Nebenstränge – etwa die heimliche Liebe des Zwergs Benny zur Frosch-Frau Nanette – haben Witz; auch blitzen hier und da, vor allem auf visueller Ebene, hübsche Ideen auf. Gleichwohl ergibt sich in "Sherlock Gnomes" bis zum Finale an der Tower Bridge kein stimmiges Ganzes. Mit Moriarty – einer Keramik-Werbefigur für einen Kuchenhersteller – wird zwar noch ein unterhaltsam-flamboyanter Antagonist ins Spiel gebracht; den Gesamteindruck kann jedoch auch dessen amüsante Exzentrik nur bedingt verbessern.

Fazit: Ein optisch durchaus gefälliger Animationsfilm mit einigen lustigen Einfällen, dessen erzählerisches Konzept aber nicht so recht aufzugehen vermag. Was bleibt, ist eine Ansammlung kurzweiliger Einzelszenen.




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