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Kritik: Peter Hase (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der Leinwandauftritt des beliebten Hasen Peter aus dem Kinderbuchuniversum von Beatrix Potter räumt mit dem hierzulande weitverbreiteten Klischee des unschuldigen Nagers auf, der als Ostereier-Lieferant Kinder beglückt. Unter der Regie von Will Gluck ist ein turbulentes Abenteuer um einen Krieg zwischen Mensch und Tier am Gartenzaun entstanden, der mit harten Bandagen geführt wird. Die Hasen und andere Tiere tummeln sich als niedlich aussehende Animationen in einem Realfilmszenario. Die Mentalität und die Sprache von Peter Hase bieten in ihrer gewitzten Frechheit einen spannenden Kontrast zu seinem kuscheligen Look, der zum Streicheln einlädt.

Es ist nun mal die Natur des Hasen, Karotten und andere Gemüsearten dort abzuholen, wo sie wachsen. Die malende Nachbarin Bea, die ein Herz für Hasen hat, versteht das. Aber der alte McGregor will die hoppelnden Biester von seinem Grundstück aussperren – ein vergeblicher Krieg, der ihm letztlich selbst das Leben verkürzt. Nach furiosem Auftakt legt der Film mit der Ankunft des Londoner Hauserben Thomas noch an Spannung zu. Peter Hase und Thomas verstricken sich nämlich, weil sie um die Gunst Beas rivalisieren, bald in eine Spirale der Gewalt.

Domhnall Gleeson spielt Thomas als ernsten jungen Mann, der auch trotz seines zweifelhaften Tuns nicht unsympathisch wirkt. Seine Romanze mit Bea sorgt für emotionale Würze. Peter Hase und Thomas funktionieren hervorragend als komödiantische Antagonisten, die um neue böse Ideen nie verlegen sind. Eine herrliche Sequenz zeigt die beiden im Nahkampf während eines Besuchs bei Bea. Immer, wenn sie hinschaut, müssen die Feinde in voller Aktion so tun, als hätten sie sich lieb.

Während die nonverbale Komik Kinder mit Sicherheit zum Lachen bringt, richten sich manche Dialoge eher an Erwachsene. Mit ihrer Ironie setzt sich der in moderner Zeit spielende Film ganz bewusst von der heilen Welt ab, wie sie in vielen älteren Animationsfilmen, vor allem aus dem Hause Disney, gezeichnet wurde. Da durften beispielsweise die trällernden Singvögelchen nicht fehlen, die hier in einem Running Gag ständig über den Haufen geworfen werden. Insgesamt bietet dieses Hasen-Abenteuer also erfrischende, lustige Unterhaltung für Familien mit schon etwas größeren Kindern.

Fazit: Der Leinwandauftritt des aus der Bücherwelt von Beatrix Potter bekannten Hasen gerät zur quirlig frechen Komödie über einen Krieg zwischen Mensch und Nagetier am Gartenzaun. Die Mischung aus Animations- und Realfilm überzeugt mit ihren niedlich aussehenden Tierfiguren, die es aber faustdick hinter den Ohren haben. Domhnall Gleeson stellt als erbitterter Hasenfeind Thomas ein beachtliches komödiantisches Talent unter Beweis. Die Heile-Welt-Harmonie traditioneller Animationsfilme wird liebevoll demontiert, wobei sich auch dieser handfeste Spaß eine hübsche Portion Märchencharme bewahrt.




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