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Ich, Daniel Blake (2016)

I, Daniel Blake

Gesellschaftsdrama: Ken Loach erzählt von einem herzkranken Schreiner, der in die Mühlen den englischen Sozialsystems gerät.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.5 / 5

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Daniel Blake ist 59 Jahre alt, hat den Großteil seines Lebens als Schreiner gearbeitet und immer brav seine Steuern bezahlt. Doch als der Witwer eines Tages einen Herzanfall erleidet, steht er plötzlich vor dem Aus: Sein Arzt rät ihm unter allen Umständen davon ab, weiter seinem Job nachzugehen, während das Arbeitsamt Blake für arbeitsfähig erklärt und ihm angemessene finanzielle Unterstützung verweigern will, sollte er nicht kooperieren. Blake befindet sich in einer Zwickmühle, aus der es keinen Ausweg zu geben scheint. Doch der Schreiner will sich nicht entmutigen lassen und kämpft für seine Rechte – und auch für die der alleinerziehenden Mutter Katie, die sich in einer ganz ähnlichen Lage wie Blake steckt.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse5 / 5

Eigentlich hatte Ken Loach sich schon vom Regiestuhl verabschiedet, doch mit "Ich, Daniel Blake" meldet sich der Meister des britischen Sozialdramas noch einmal eindrucksvoll zurück. Gemeinsam mit seinem langjährigen Drehbuchautor Paul Laverty erzählt Loach erneut von einem vom Schicksal gebeutelten Helden, einem menschenverachtenden System sowie Momenten der Solidarität.

Es ist ein durchaus düsterer Blick, den Loach hier auf das englische Sozialsystem wirft, und in entsprechend trostlosen Bildern präsentiert sich dieses um Realismus bemühte Drama. Die Nähe zur Wirklichkeit ist dabei mitunter geradezu schmerzhaft, "Ich, Daniel Blake" erlaubt sich dennoch bei aller Ernsthaftigkeit einen feinen Sinn für Humor: Die bürokratischen Abgründe und Absurditäten lassen sich anders als als Witz wohl auch kaum begreifen, das Lachen dürfte dem Publikum trotzdem immer wieder im Halse stecken bleiben.

Bitter sind nämlich die Lektionen, die Loach für seine Figuren bereithält, und zu Tränen rührend die Schicksalsschläge, die sie erwarten. Bisweilen wirkt das ein wenig dick aufgetragen, aber ist zugleich dennoch effektiv und stets aufrichtig. Für die Glaubhaftigkeit treten auch die großartigen Schauspieler ein: Neben Dave Johns' zu Herzen gehender Darstellung des Titelhelden, beeindruckt besonders Hayley Squires in der Rolle der alleinerziehenden Mutter Katie.

Fazit: Ken Loach meldet sich mit diesem Sozialdrama auf eindrucksvolle Weise zurück. Die Geschichte wirkt zwar stellenweise etwas dick aufgetragen, aber wird zugleich effektiv und voller Aufrichtigkeit erzählt. Ein feiner Sinn für Humor sowie der unerschrockene Blick auf soziale Abgründe machen "Ich, Daniel Blake" dabei ebenso sehenswert wie die glaubwürdigen Hauptdarsteller.




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Land: Frankreich, Großbritannien, Belgien
Jahr: 2016
Genre: Drama
Länge: 100 Minuten
Kinostart: 24.11.2016
Regie: Ken Loach
Darsteller: Natalie Ann Jamieson als Employment Support Allowance Assessor, Colin Coombs als Postman, Harriet Ghost als Appeal Receptionist
Verleih: Prokino

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