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Deutsche Filmstarts: Amy Adams kommt in guter Absicht

Cannes-Sieger "Ich, Daniel Blake" ein Muss

Eine starke Kinowoche mit zwei absoluten Muss-Filmen "Arrival" und dem Cannes-Sieger "Ich, Daniel Blake" sowie den zwei weiteren sehenswerten Streifen "Deepwater Horizon" und "Florence Foster Jenkins". Kino für das Köpfchen und für die Sinne, Tränendrüse, Lachmuskel und Gänsehaut - alles ist dabei.

"Arrival"

Science Fiction
USA
116 Minuten
FSK 12

US-Science-Fiction-Film über die Ankunft außerirdischer Raumschiffe auf der Erde. Ein Team von Wissenschaftlern um eine Linguistin (Amy Adams) versucht, mit den Fremden zu kommunizieren und ihre Absichten zu entschlüsseln, um eine militärische Konfrontation zu verhindern. Der kanadische Regisseur Denis Villeneuve ("Sicario") hat mit dieser Verfilmung der preisgekrönten Kurzgeschichte "Story of Your Life" von Ted Chiang aus dem Jahr 1998 ein Meisterwerk kreiert. Die Columbia Pictures-Produktion ist ein Fest für Freunde von Filmen für (mit)denkende Zuschauer, die ihre klugen Themen mit echt bewegenden Gefühlen und einer großartigen Darstellung von Amy Adams verankert. Einer der bestbesprochenen Streifen des Jahres bislang - von Kritikern genauso wie von Zuschauern. Auch unser Kritiker Andreas Köhnemann hat ein Meisterwerk gesehen und vergibt die Höchstwertung: Fünf von fünf Sternen. Sein Urteil lautet: "Ein faszinierendes Meisterstück mit einprägsamen Bildern, einer wunderbaren Hauptfigur und einem klugen twist."

Unsere Empfehlung: Reingehen!

"Ich, Daniel Blake"
Drama
Großbritannien
100 Minuten
FSK 6

Britisches Sozialdrama über einen britischen Arbeiter (Dave Jones), der arbeitsunfähig wird. Bei seinen Bemühungen um staatliche Unterstützung bekommt er es mit absurden Vorschriften und bürokratischer Willkür zu tun. Gemeinsam mit einer allein erziehenden Mutter (Hayley Squires) nimmt er den Kampf gegen die Behörden auf. Ein weiteres, starkes Kapitel in der sozial engagierten Filmographie von Altmeister Ken Loach ("Angels' Share"), das kaum ungerührt lässt. Die Szene in der Suppenküche ist eine der bewegendsten der Filmgeschichte überhaupt. Die Prokino-Produktion hat im Mai die Goldene Palme beim Filmfestival von Cannes gewonnen und hymnische Rezensionen und Zuschauerreaktionen hervorgerufen. Für unseren Kritiker Carsten Moll ein Meisterwerk: "Ein feiner Sinn für Humor sowie der unerschrockene Blick auf soziale Abgründe machen den Film ebenso sehenswert wie die glaubwürdigen Hauptdarsteller." Er vergibt die Höchstwertung: Fünf von fünf Sternen!

Unsere Empfehlung: Reingehen!

"Deepwater Horizon"

Thriller
USA
107 Minuten
FSK 12

US-Thriller, der auf Geschehnissen im Jahr 2010 basiert und den damaligen schweren Unfall auf der Ölbohrplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko sowie die Versuche, die Arbeiter von der Plattform zu retten, schildert. Regisseur Peter Berg hat sich nach "Lone Survivor" erneut mit Mark Wahlberg zusammen getan, um diese ungewöhnlich ernste, wirkungsvolle und spannende Studiocanal-Produktion in Szene zu setzen, die mehr auf reale denn auf computergenerierte Effekte setzt. Von Kritikern wie Zuschauern positiv beurteilt, ist auch unser Kritiker Christopher Diekhaus zufrieden: "Inszenatorisch gelungen, erzählerisch aber nicht sehr tiefschürfend. Gradlinig-wuchtiges Katastrophenkino."

"Florence Foster Jenkins"
Komödie
Großbritannien
110 Minuten
FSK 0

Britische Tragikomödie über das Leben der exzentrischen New Yorker Millionärin Florence Foster Jenkins (Meryl Streep), die während des Zweiten Weltkriegs als Sängerin auftrat, obwohl sie keinerlei Musiktalent hatte. Der englische Regisseur Stephen Frears ("Philomena") hat sich der wahren, aber unglaublichen Geschichte angenommen und geschafft, dass das Fremdschämen publikumsansprechend und rührend ausfällt. Dabei hilft auch, dass ein Kaliber wie Meryl Streep mit einer grandiosen Darstellungder Titelfigur Tiefe und Würde verleiht; Hugh Grant ist selten besser gewesen als hier. Die Kritiken zu der Constantin-Produktion sind positiver ausgefallen als die Zuschauermeinungen, und an der Kasse blieb das Werk hinter den Erwartungen zurück. Vielleicht können ja die deutschen Besucher noch eine Schippe zulegen - unser Kollege Andreas Köhnemann rät auf jeden Fall dazu: "Ein Fest des pompösen Scheiterns, das gekonnt zwischen Komik und Tragik pendelt und in den Hauptrollen mit spürbarer Hingabe dargeboten wird."

"Bad Santa 2"
Komödie
USA
93 Minuten
FSK 16

US-Komödie über zwei Gauner (Billy Bob Thornton und Tony Cox) die als Weihnachtsmänner getarnt an Heiligabend eine Wohltätigkeitsveranstaltung ausrauben wollen. Der obszöne und menschenverachtende Humor sind geblieben, aber das Herz und der echte Witz des Originals aus dem Jahr 2003 sind flöten gegangen. Was bleibt, ist ein obszöner Schatten des ersten Teils. Verantwortlich für den bei Kritik durchgerauschte Universum-Produktion ist Mark Waters ("Mean Girls"). Nicht nur er hätte es besser wissen müssen. Unser Kritiker Falk Straub ist empört: "Nach 'Blair Witch' kommt die nächste Fortsetzung in die Kinos, die kein Mensch braucht - ein billiger und unnötiger Abklatsch mit einer dünnen Handlung, blassen Figuren und nur einer Handvoll gelungener Gags. Den Film prägt ein Humor, der sexistische und rassistische Beleidigungen mit gelungenen Pointen verwechselt."

Unsere Empfehlung: Spart Euch das Geld!

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