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Victoria & Abdul (2016)

Victoria et Abdul

Spielfilm über die Freundschaft der alten Königin Victoria mit ihrem indischen Diener und Lehrer AbdulKritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.5 / 5

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Königin Victoria von England (Judi Dench) feiert im Jahr 1887 ihr 50. Thronjubiläum. Aus der indischen Kolonie wurden zwei Männer entsandt, um ihr ein Geschenk zu überreichen. Der stattliche Abdul Karim (Ali Fazal) fesselt ihre Aufmerksamkeit, als er ihr fasziniert in die Augen blickt, was das Protokoll eigentlich verbietet. Zunächst wird Abdul der Diener Victorias, dann aber erklärt sie ihn zu ihrem "Munshi" oder Lehrer, der ihr eine der indischen Sprachen beibringt und ihr Kenntnisse über die Kultur seiner Heimat vermittelt.

Die alte Victoria, die sich einsam und amtsmüde fühlt, blüht in der Gegenwart des lebhaften, freundlichen Gesellschafters auf. Anders als ihr Sohn Bertie (Eddie Izzard) und die meisten Mitglieder des Hofstaats denkt Abdul nie schlecht über Victoria, sondern empfindet echte Zuneigung und Verehrung für sie. Victoria lässt auch Abduls Frau an den Hof holen. Doch als sie den muslimischen Inder zum Ritter schlagen will, probt ihr Hofstaat den Aufstand. Den standesbewussten und rassistischen Leuten in Victorias Umkreis ist der Mann schon lange ein Dorn im Auge.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Der britische Regisseur Stephen Frears ("The Queen") siedelt erneut einen Spielfilm im englischen Königshaus an. Diesmal widmet er sich einer wahren Geschichte aus den späten Jahren von Königin Victoria. Der muslimische Inder Abdul Karim, der ihr nur ein Geschenk überreichen sollte, blieb viel länger als geplant am Hof. Er avancierte vom Diener zum Lehrer und Vertrauten der Königin, was zunehmend den Ärger und Argwohn ihres Hofstaats erregte. Nach dem Tod der Monarchin wurden alle Zeugnisse dieser ungewöhnlichen Freundschaft vernichtet, weil es dem Hof furchtbar peinlich war, dass sich ein "Farbiger", ein Moslem, ein Mann vermeintlich niederer Herkunft im Zentrum des Empires aufgehalten hatte.

Indem Frears nun an diese Geschichte aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert erinnert, setzt er auch ein Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in der Gegenwart. Wenn Victorias Hofstaat schockiert zur Kenntnis nimmt, dass Abdul Karim nicht nur Inder, sondern auch Moslem ist, drängt sich der Bezug zur Islamfeindlichkeit unserer Tage förmlich auf. Judi Dench spielt die alte Queen Victoria sehr berührend in ihrer fröhlichen, beinahe kindlichen Neugier, mit der sie den Erzählungen Abduls über Indien lauscht. Sie entwickelt ein aufrichtiges Interesse an der Kultur dieses ihr doch sehr fremden Landes.

Victorias Begeisterungsfähigkeit wird in humorvollen Szenen ausgeschmückt. Sie wünscht sich beispielsweise eine Mango, die aus Indien importiert werden muss. Als man sie ihr überreicht, stellt Abdul fest, dass sie verdorben ist. Das wiederum gibt dem Groll, den der Hofstaat gegen ihn hegt, neue Nahrung. Die Dialoge, in denen Victorias Angehörige und der ganze restliche Hofstaat schließlich sogar über die Königin selbst herziehen, geraten zu besonders sarkastischen Kostproben britischen Humors.

Der opulente Kostüm- und Ausstattungsfilm bietet dem Auge hübsche Attraktionen, von den farbenfrohen Gewändern Abbuls über den Prunk im Königsschloss bis zu einer königlichen Teepause samt Mobiliar und Porzellan in den grünen Hügeln Schottlands. All diese positiven Aspekte aber können nicht kaschieren, dass die Geschichte gelegentlich etwas rührselig wird. Vielleicht hätte Frears genauer ausführen sollen, wie Abdul selbst die Situation erlebte, anstatt ihn recht knapp und eindimensional als loyalen Verehrer der Queen darzustellen.

Fazit: Stephen Frears erzählt in diesem opulenten Historiendrama von der kaum bekannten Freundschaft der alten Königin Victoria mit einem indischen Bediensteten. Die großartige Judi Dench spielt die betagte Monarchin als wissbegierige Frau, die sich für die indische Kultur interessiert und sich ihrem von Dünkel und Rassismus infizierten Hofstaat entfremdet. Mit seinen Parallelen zur Fremdenfeindlichkeit heutiger Tage bekommt der Film auch eine aktuelle Relevanz. Leider aber betrachtet er diese ungewöhnliche Beziehung nicht besonders differenziert und auch nicht frei von Rührseligkeit.




FBW-BewertungJurybegründung anzeigen

FBW: besonders wertvollStephen Frears ist einer der bedeutendsten Regisseur des New British Cinema der 1980er Jahre. Mit MEIN WUNDERBARER WASCHSALON etablierte er den aktuellen interkulturellen Konflikt im populären Kino. Mit GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN inszenierte er einen [...mehr]

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Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: USA, Großbritannien
Jahr: 2016
Genre: Drama, Historie
Länge: 112 Minuten
Kinostart: 28.09.2017
Regie: Stephen Frears
Darsteller: Judi Dench als Queen Victoria, Eddie Izzard als Bertie, Prince of Wales, Adeel Akhtar
Verleih: Universal Pictures International

Awards - Oscar 2018Weitere Infos

  • Bestes Kostümdesign - Consolata Boyle
  • Bestes Make-Up
    Daniel Phillips, Lou Sheppard

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