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Tabaluga - Der Film
Tabaluga - Der Film
© Sony Pictures

Kritik: Tabaluga - Der Film (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Schon längst ist der Drache Tabaluga zu einer eigenen, erfolgreichen Marke geworden. So existieren unter anderem eine Fernsehshow (Tabaluga tivi), eine Zeichentrickserie und ein Musical über die liebenswerte Figur, die Peter Maffay Anfang der 80er-Jahre zusammen mit dem Kinderliedermacher Rolf Zuckowski und dem Texter Gregor Rottschalk erdachte. Zudem wurden bislang sechs Konzeptalben veröffentlicht, das erste 1983 ("Tabaluga oder die Reise zur Vernunft"). Die Regie des Animationsfilms übernahm der Lübecker Sven Unterwaldt, der mit seinen Komödien "Siegfried" und "7 Zwerge" bereits große kommerzielle Erfolge feiern konnte.

Tabaluga-Jüngern dürfte das Wiedersehen mit all den bekannten Story-Elementen und Versatzstücken aus den Konzeptalben große Freude bereiten. Denn "Tabaluga – Der Film" setzt sich zu weiten Teilen aus bewährten Mustern und Erzählsträngen der bisherigen Geschichten um den niedlichen Drachen zusammen, allen voran aus "Die Reise zur Vernunft" und natürlich "Tabaluga und Lili" (1993). Acht Drehbuchautoren waren nötig, um die Handlung des Animationsfilms auf diese Art und Weise zusammenzustricken. Schön ist auch, die vielen eingängigen Melodien (von "Feuer" über "Nessaja" bis hin zu "Es lebe die Freundschaft!") von einst wieder zu hören.

Weniger gut und doch arg bedauerlich ist, dass Peter Maffay zu vielen der verwendeten Stücke nicht selbst zu hören ist. Zwar machen die Synchronsprecher bei der musikalischen Neuinterpretation der Lieder keinen schlechten Job. Dennoch kommen die (modern und sehr zeitgemäß klingenden) neuen Versionen nicht an die Dringlichkeit und Emotionalität der Maffay-Darbietungen heran (das beste Beispiel hierfür ist "Ich fühl wie du", das Maffay 1993 zu einer seiner schönsten Balladen machte).

Darüber hinaus aber kann "Tabaluga – Der Film" als sympathisches, kindgerechtes Märchen-Abenteuer mit wichtiger Botschaft (der Wert von Freundschaft wird betont) und dank der soliden technischen Umsetzung durchaus Akzente setzen. Dazu tragen ebenso die knuffigen Nebenfiguren, der turbulente Slapstick-Humor und die rasanten Action-Einlagen bei – etwa wenn Tabaluga in der saftigen Wiese von Grünland einem Schmetterling hinterherjagt oder sich wilde Verfolgungsjagden mit Arktos liefert. Da ist es zu verschmerzen, dass sich in einige Szenen ein wenig Pathos und Rührseligkeit einschleichen, zum Beispiel bei der ersten Begegnung von Tabaluga mit Lilli oder wenn Kolk Tabaluga gewissermaßen "adoptiert".

Fazit: "Tabaluga – Der Film" überzeugt als gut bebildertes, kunterbuntes und mit hinreißenden Nebenfiguren ausgestattetes Animationsabenteuer für die kleinsten Zuschauer, auch wenn man einige der von Peter Maffay selbst interpretierten "Tabaluga"-Klassiker schmerzlich vermisst.




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