Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder

Kritik: Alpha (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Der amerikanische Regisseur Albert Hughes ("The Book of Eli") spürt in diesem Abenteuerfilm den Ursprüngen der Freundschaft zwischen Mensch und Hund in prähistorischer Zeit nach. Das bildgewaltige Naturepos verfügt über eine spannende Geschichte mit Anklängen an den mehrfach verfilmten Roman "Wolfsblut" von Jack London oder an Kevin Costners "Der mit dem Wolf tanzt". Der attraktive Hauptdarsteller Kodi Smit-McPhee spielt den jungen Steinzeit-Jäger überzeugend, der als erster Mensch einen Wolf zähmt, ohne das zu beabsichtigen. Eine besondere Note erhält der Film durch die Phantasiesprache, die Keda und sein Stamm verwenden und die in Untertiteln übersetzt wird.

Die Steinzeitjäger benutzen Speere mit Spitzen aus scharfem Feuerstein und machen Feuer durch Drehen eines Holzbohrers. Diese Methode beherrscht Keda noch nicht. Sein Vater ermahnt ihn zur Geduld und zeigt sich unzufrieden, als sich Keda weigert, ein getroffenes Wildschwein in den Tod zu befördern. Keda hat ein Herz für Tiere, das ihm bei der Zähmung des Wolfs helfen wird. In vielem mutet diese steinzeitliche Familie zeitlos an, beispielsweise in den besorgten Gesprächen der Eltern über den Sohn oder im Druck, den dieser spürt, weil der Vater erwartet, dass er in seine Fußstapfen tritt. Dabei ahnt niemand, nicht einmal Keda selbst, welche Bewährungsprobe in Wirklichkeit da draußen auf ihn wartet.

Die Stufen der Zähmung des Wolfs werden recht gerafft geschildert, zuweilen lässt die Zutraulichkeit des eben noch wilden Tieres staunen. Überhaupt wirkt die Dramaturgie manchmal unbeholfen. Wenn Keda sein Aha-Erlebnis hat, weil der Wolf ihm bei der Jagd hilft, bekommt der Film eine geradezu pädagogische Note.

Filmisch eher unbeholfen wirkt leider auch die merkwürdig gepflegte Erscheinung der Steinzeitmenschen. Keda besitzt eine Jacke, deren pelzbesetzte Kapuze verdächtig an moderne Kaufhausware erinnert, der Bart seines Vaters sieht mehr nach Friseurbesuch als nach Wildwuchs aus. An die digitale Bearbeitung manch schroffer Felsen oder der Büffeljagd-Szenen muss man sich auch erst gewöhnen. Besonders auf junge Zuschauer aber dürfte dieses urige Wildnis-Abenteuer trotz aller linkischen Momente einen positiven Eindruck machen. Die Odyssee, die ein Mensch und ein Wolf gemeinsam unternehmen, entwickelt unweigerlich ihre eigenen Reize, auch wenn die Inszenierung eher plakativ als zurückhaltend mit Gefühls- und Gefahrensituationen umgeht.

Fazit: Der junge Hauptdarsteller Kodi Smit-McPhee überzeugt in diesem in der Steinzeit angesiedelten Abenteuerfilm als sensibler, aber tapferer Sohn eines Häuptlings, der bei einem Jagdunfall von seinem Stamm getrennt wird. Auf seiner Wanderschaft zähmt er beiläufig einen Wolf und beschert der Menschheit einen Meilenstein ihrer Entwicklung. Die opulenten Bilder und die prähistorische Phantasiesprache sorgen für eine eigentümlich reizvolle Atmosphäre. Oft aber wirkt die Dramaturgie etwas plump und dick aufgetragen.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.