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Kritik: Hot Dog (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Mit "Hot Dog" legt Filmemacher Torsten Künstler sein Regie-Debüt vor. Zuvor arbeitete er bereits viele Jahre als Regie-Assistent, u.a. für die beiden Hauptdarsteller von "Hot Dog". So war er u.a. an den Schweiger-Hits "Zweiohrküken" sowie "Kokowääh" beteiligt und arbeitete zusammen mit Schweighöfer an den Kinoerfolgen "What a man" und "Schlussmacher". Künstler kam als Autodidakt ohne Studium oder Ausbildung in diesem Bereich, zum Film. Seine Regie-Kenntnisse eignete er sich selbstständig an. In "Hot Dog" ist auch Schweigers Tochter Lilli zu sehen. Die Action-Komödie wurde 2017 in Berlin gedreht.

Das Drehbuch von "Hot Dog" gehört vermutlich zu den klischeehaftesten, belanglosesten, die Schweighöfer und Schweiger jemals filmisch zum Leben erweckt haben. Die Story ist altbekannt und auch hinsichtlich seiner Dramaturgie und des Story-Verlaufs kann der Film leider keine Akzente setzen. Regisseur Künstler hat sich seine Geschichte bei beliebten Vorbildern zusammengeklaut, allen voran bei "Buddy-Movie"-Klassikern wie "Lethal Weapon", "Rush Hour" oder "Nur 48 Stunden". Zwei völlig unterschiedliche Cops raufen sich zusammen und müssen gemeinsam einen heiklen Fall lösen. Eine der abgedroschensten Ausgangssituationen überhaupt. Wobei die Bezeichnung "Cop" auf Schweighöfers Figur, die hier als neurotischer, verängstigter Schreibtischhengst auftritt, eigentlich nicht zutrifft.

Neben der Chemie zwischen den Hauptfiguren ist die wichtigste Zutat einer guten "Buddy"-Komödie: der Humor. In aller Regel gehen in "Buddy-Movies" die meisten Gags als augenzwinkernde Seitenhiebe auf Kosten des "Vernünftigen". Der vernünftige der Beiden ist hier ganz klar Schweighöfer und dementsprechend hart im nehmen muss er sein. Leider funktioniert ein Großteil der Gags schlichtweg nicht. Das liegt u.a. daran, dass sich viele Witze im Bereich des Fäkalhumors ansiedeln. Etwa wenn der wenig zimperliche Brachial-Macho Luke ("Ich hau jemandem so lange auf die Fresse, bis er sagt, was ich hören will") seinem Kollegen vom Klo aus ein derbes "Ich muss Kacken" zuruft. (Negativer) Höhepunkt des Fäkalhumors: wenn Theo von Luke regelrecht gezwungen wird, im Darm einer Kuh nach Drogen zu suchen. Das ist nicht nur nicht witzig sondern auch noch Tierquälerei.

Hinzu kommen ein paar gewaltsam auf lustig getrimmte Running-Gags (z.B. wird Theo von Luke ständig mit "Helga" angesprochen), ärgerliche McDonalds-Schleichwerbung sowie die obligatorische emotionale Komponente (Theo ist in das Entführungsopfer verliebt). Diese wirkt jedoch jederzeit aufgesetzt bzw. unglaubwürdig und verwürzt den Film nur noch mehr. Insofern ist "Hot Dog" letztlich alles andere als schmackhaft. Da hilft es auch nicht, dass einige der Nebendarsteller darstellerische Glanzpunkte setzen können, etwa der großartige Samuel Finzi als serbischer Oberbösewicht im Rollstuhl.

Fazit: Wenig überraschender, uninspirierter "Buddy-Movie"-Abklatsch in typischer Schweiger/Schweighöfer-Machart, der von bekannten Vorbildern klaut und ein Klischee ans nächste reiht.




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