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Spider-Man: Far from Home
Spider-Man: Far from Home
© Sony Pictures

Kritik: Spider-Man: Far from Home (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Nachdem Tom Hollands erster Einsatz als Spinnenmann ein riesiger Erfolg wurde (weltweites Einspielergebnis: 880 Millionen Dollar) war schnell klar, dass Holland die Spinne in weiteren Filmen spielen würde. "Far from Home" entstand von Sommer bis Herbst 2018 u.a. in den Warner-Bros.-Studios nahe London, in Prag, Venedig und New York City. Die Produktions-kosten des von Jon Watts inszenierten Blockbusters beliefen sich auf 160 Millionen US-Dollar. Watts saß schon bei "Spider-Man: Homecoming" auf dem Regiestuhl.

Wie schon der erste Teil des Reboots profitiert auch "Far from Home" von der charmanten, liebenswürdigen Darstellung des Tom Holland, der Peter Parker als innerlich zerrissene Figur anlegt. Einerseits handelt es sich bei ihm um einen "ganz normalen" Teenager, der unsterblich in ein sympathisches Mädchen verliebt ist und dieser endlich seine Liebe gestehen will. Andererseits aber muss er eine enorme Last schultern: die viel zu große Verantwortung, die Welt vor allem Bösen und Unheil zu bewahren.

Aufgrund der Tatsache, dass Parker nur zufällig an seine Superkräfte geraten ist und mit (Teenie-)Problemen zu kämpfen hat, die wir alle kennen, fällt es leicht, sich in ihn hineinzuversetzen. Darüber hinaus existieren eine ganze Reihe weiterer positiver Aspekte, die "Far from Home" zu einem sehenswerten, vergnüglichen Superhelden-Blockbuster machen: von den pointierten, ulkigen One-Linern über die starken, da nicht zu auffälligen Verweise auf die Ereignisse aus "Avengers: Endgame" bis hin zu den pfiffigen Side-Kicks und witzigen Nebenfiguren.

Doch ausgerechnet bei der Zeichnung und Ausgestaltung der zweitwichtigsten Figur, des Antagonisten, zeigt der Film Schwächen. Das ist allerdings nicht die Schuld von Gyllenhaal, der den undurchsichtigen Superschurken mit diebischer Freude verkörpert. Vielmehr fehlt Gyllenhaals Figur der emotionale Unterbau und die geeignete, nachvollziehbare Motivation für ihr Handeln. Des weiteren ist es schade, dass "Far from Home" erst in der zweite Hälfte in Sachen Bildgewalt, Tempo und Action so richtig an Fahrt aufnimmt. Bis es dazu kommt (ausgelöst durch einen sich frühzeitig abzeichnenden Twist), dominieren allerlei Leerlauf und teils quälende Langatmigkeit.

Fazit: Zu großen Teilen bereitet das kurzweilige, an berühmten europäischen Schauplätzen angesiedelte und mit viel Humor gespickte neue Spidey-Abenteuer viel Freude. Allerdings nimmt der mit einem schwachen und reichlich blassen Bösewicht ausgestattete Film zu spät Fahrt auf.




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