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Logan Lucky (2017)

Rücktritt vom Rücktritt: Regisseur Steven Sodergergh ist mit einer Hinterwäldlervariante seiner "Ocean's"-Reihe wieder da.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.5 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 4 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Böse Zungen behaupten, dass auf den Logans aus West Virginia ein Fluch laste. Ein kaputtes Knie kostete Jimmy Logan (Channing Tatum) die Karriere als Footballspieler, Clyde Logan (Adam Driver) verlor seinen Unterarm im Krieg und Mellie Logan (Riley Keough) fristet ein tristes Dasein in einem Friseursalon. Nach der Scheidung von seiner Frau Bobby Jo (Katie Holmes), die den Autohändler Moody (David Denman) geheiratet hat, sieht Jimmy die gemeinsame Tochter Sadie (Farah Mackenzie) nur noch nach Absprache. Als er auch noch seinen Job als Bauarbeiter verliert und Bobby Jo nach Tennessee umziehen will, scheint Familie Logan ganz unten angekommen. Doch Jimmy hat einen Plan, wie er sich an seinem Arbeitgeber rächen und für alle aussorgen kann.

Gemeinsam mit Safeknacker Joe Bang (Daniel Craig) wollen die Geschwister den unterirdischen Geldspeicher einer Rennstrecke in North Carolina ausnehmen. Dumm nur, dass Joe Bang gerade im Gefängnis sitzt und seine minderbemittelten Brüder Fish (Jack Quaid) und Sam (Brian Gleeson) am Coup beteiligen will. Und dann wird auch noch der Termin vorverlegt, ausgerechnet auf das Finale des Schönheitswettbewerbs, an dem Sadie teilnimmt. Der Ausbruch vor dem Einbruch beginnt und geht nicht ohne unerwartete Zwischenfälle über die Bühne.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Steven Soderbergh ist rückfällig geworden. Nach vier Jahren der selbst verordneten Abstinenz vom Kino hängt der Regisseur, der das Medium im Verlauf seiner Karriere ebenso häufig erneuerte, wie dessen Tod herbeiredete, wieder an seiner liebsten Droge. "Logan Lucky" ist eine ordentliche Dosis Schelmenstück und eine Art Gegenmittel zu Soderberghs bisherigen Gaunerkomödien "Out of Sight" (1998), "Ocean's Eleven" (2001), "Ocean's Twelve" (2004) und "Ocean's 13" (2007). Statt schöner Männer, die in schönen Anzügen vor schöner Kulisse verbotene Dinge tun, zeigt der Filmemacher eine Familie, die abfällige Zeitgenossen als Hinterwäldler bezeichnen. So amüsant und wendungsreich wie in den bereits erwähnten Werken geht es bei Soderbergh aber auch in den Bergen West Virginias und North Carolinas zu, in denen die Handlung angesiedelt ist.

Die präsentiert uns das Drehbuch in einer routinierten Mischung aus Verdecken und Enthüllen. Das Publikum ist nicht völlig in die Pläne der depperten Diebe eingeweiht, unterliegt wie manche Figur zunächst einer Täuschung, bevor ganz am Ende die Auflösung folgt. Dass das so wunderbar funktioniert, obwohl es das in der Filmgeschichte und selbst bei Soderbergh schon so oft gegeben hat, liegt nicht zuletzt an den liebevoll geschriebenen und bei aller Übertreibung auch liebenswert gespielten Charakteren, die dem Mangel ihres von Wirtschaft und Politik vergessenen Landstrichs mit Chuzpe und Bauernschläue begegnen. Statt Hightech gibt es hier bemalte Kakerlaken und Bomben in Einmachgläsern und Plastiktüten. Aber was will man von einem wasserstoffblonden, mit Tattoos übersäten Sprengmeister, den Daniel Craig genüsslich als Antithese zu seinem James Bond anlegt, auch anderes erwarten.

Es wäre ein Leichtes gewesen, diese Menschen angesichts all ihrer Verschrobenheiten der Lächerlichkeit preiszugeben. Doch Steven Soderbergh schlägt sich auf ihre Seite und hat einen Heidenspaß daran, die riesige Lücke, die zwischen ihrem aberwitzigen Plan und ihren geistigen wie körperlichen Fähigkeiten klafft, mit überraschenden Erkenntnissen zu füllen. All das ist von Soderbergh unter seinen Pseudonymen Peter Andrews und Mary Ann Bernard hervorragend gefilmt und geschnitten, vielleicht gar geschrieben. Denn der Verdacht liegt nahe, dass sich hinter Drehbuchautorin Rebecca Blunt, zu der nur der Regisseur persönlich Kontakt hatte, ebenfalls eine andere Person verbirgt. Wenn man so will, der letzte gelungene Coup eines Films, der durchaus süchtig nach mehr macht.

Fazit: Steven Soderbergh gelingt mit "Logan Lucky" nach vier Jahren Abstinenz ein beachtliches Comeback. Seine Gaunerkomödie ist eine Art "Ocean's Eleven" aus dem abgehängten Hinterland, die durch viel Einfallsreichtum, Witz, Spielfreude und Liebe zu den Figuren überzeugt.




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Land: USA
Jahr: 2017
Genre: Komödie
Länge: 119 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 14.09.2017
Regie: Steven Soderbergh
Darsteller: Adam Driver als Clyde Logan, Riley Keough als Mellie Logan, Channing Tatum als Jimmy Logan
Verleih: Studiocanal

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