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Wenn Du König wärst
Wenn Du König wärst
© 20th Century Fox

Kritik: Wenn du König wärst (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Unzählige Male wurde die legendäre Sage um König Artus und seine Ritter der Tafelrunde bereits verfilmt. Zu den bekanntesten Adaptionen zählen "Die Ritter der Tafelrunde" aus den 50er-Jahren, John Boormans "Excalibur" von 1981 und die entstaubte Fassung "King Arthur" (2004) mit Clive Owen in der Hauptrolle. In "Wenn du König wärst" trifft die Legende auf die Neuzeit. In der Hauptrolle ist der Sohn von Motion-Capture-Legende Andy Serkis zu sehen.

Regisseur und Drehbuchautor Joe Cornish ("Attack the Block") gelingt es fast mühelos, eine der bekanntesten Ritter-Legenden überhaupt für eine neue, junge Zielgruppe spannend aufzubereiten. Cornish und seine jugendlichen Schauspieler gehen mit der Zeit, denn das Zeitalter der Digitalisierung hält Einzug im Film – womit die Lebenswirklichkeit heutiger Pubertierender glaubhaft dargestellt wird. Ein Alltag zwischen Smartphone, digitaler Spracherkennung, Google-Suche, medialer Reizüberflutung und kurzen Aufmerksamkeits-spannen.

Dass der Zauber der Artussage noch immer funktioniert, zeigt sich in den vielen bizarren, mystischen Figuren, die die Geschichte sowie den Film bevölkern. Angefangen von der finsteren Hexe bis hin zum charismatischen Zauberer Merlin, der in "Wenn du König wärst" die meisten Lacher auf sich vereint. Nicht zuletzt, da er hier als skurriler Formenwandler auftritt, der – mit einem heftigen Niesen – zwischen seinen Alter Egos hin und her wechseln kann. Überhaupt verfehlen die komödiantischen Elemente selten ihre Wirkung, darüber hinaus vernachlässigt Cornish aber auch die Effekte und die Action (etwa beim rasanten "Schwerttraining" oder dem Endkampf) nicht.

Darüber hinaus versprüht "Wenn du König wärst" natürlich auch eine Menge Nostalgie, da die Geschichte der verschworenen Jugendbande, bestehend aus ebenso gewitzten wie mutigen Heranwachsenden, an einige der schönsten 80er-Jahre-Teeniefilme erinnert. Etwa an den Abenteuerfilm "The Goonies" (1985) oder das Coming-of-Age-Meisterwerk "Stand by me" (1986). Die sympathische Botschaft funktioniert damals wie heute: Wer zusammenhält und eine Gemeinschaft bildet, ist stärker und kann alle Hindernisse überwinden.

Fazit: Liebenswerter, an die Lebenswelt heutiger Teenager angepasster Mix aus Fantasy, Ritter-Abenteuer und Familienfilm, der mit tollen Jungdarstellern und viel Witz punktet.




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