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Operation: Overlord
Operation: Overlord
© Paramount Pictures Germany

Kritik: Operation: Overlord (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Operation: Overlord", der auf dem diesjährigen Fantasy Filmfest seine Weltpremiere feierte, wurde von J.J. Abrams ("Cloverfield") produziert. Der Star-Regisseur schrieb auch am Drehbuch mit. Gedreht wurde mit einem – für einen Film dieser Gattung – vergleichsweise hohen Budget im Sommer 2017. Eine der Hauptrollen spielt Ex-Eishockeyspieler Wyatt Russell. Er ist der Sohn von Kurt Russell und Goldie Hawn. Der 32-Jährige war seit den späten 90er-Jahren in vielen Nebenrollen zu sehen.

Das Horror-Subgenre des "Nazi-Zombiefilms" erfreut sich schon seit geraumer Zeit bei einer stetig wachsenden Fangemeinde großer Beliebtheit. Verantwortlich dafür sind trashige Filme wie "Dead Snow", die sich vor allem im Home-Video-Bereich zu Verkaufserfolgen entwickeln. "Operation: Overlord" lässt sich formal zwar auch dieser Untergattung zuordnen, in Sachen Optik und Ausstattung aber spielt der effektvolle Mix aus Action, Zombiefilm, Nazi-Horror und Kriegsfilm in einer eigenen Liga.

Das beginnt bereits damit, dass "Operation: Overlord" nicht wie ein klassisches B-Movie aussieht. Schon in den ersten Minuten, wenn die Leinwand beim spektakulär und rasant gefilmten Flugzeugabsturz zu Beben beginnt, beweist der Film seine hohe (visuelle) Qualität. Und die nachfolgenden Szenen, wenn sich die Überlebenden ins französische Dorf vorkämpfen, hätten sich auch in jedem Big-Budget-Kriegsfilm made in Hollywood ausgesprochen gut gemacht – derart stylish sieht das alles aus und derart realistisch ist das Kriegsszenario geworden.

Ein weiterer Pluspunkt ist, dass "Operation: Overlord" das Unheil langsam über die Soldaten hereinbrechen lässt. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Nazi-Zombiefilmen baut Regisseur Julius Avery die unheilvolle Atmosphäre ruhig und kontinuierlich auf, anstatt die Konfrontation mit den ultrafiesen und ultrahässlichen Monstern (die Make-Up-Artists leisteten ganze Arbeit) zu hastig und gehetzt herbeizuführen. So kann das schlussendliche Auftreten der "tausendjährigen Soldaten" seine volle Wirkung entfalten. Als gelungen erweist sich zudem die Besetzung: Sowohl die Darsteller der jungen US-Soldaten als auch der Skandinavier Pilou Asbæk als Nazi-Kommandant überzeugen mit Spielfreude und gehen in ihren bizarren Rollen voll auf.

Fazit: Abseitiger, mörderisch unterhaltsamer und visuell hochklassiger Mix aus Nazi-Terror und Kriegs-Action, der sich selbst nichts zu ernst nimmt und deshalb so wunderbar funktioniert.




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