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Terminator: Dark Fate
Terminator: Dark Fate
© 20th Century Fox

Kritik: Terminator: Dark Fate (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Regisseur Tim Miller ("Deadpool") und Produzent James Cameron knüpfen mit "Dark Fate" inhaltlich unmittelbar an das Ende von "Terminator 2" an und ignorieren damit alle nachfolgenden Fortsetzungen. Keine schlechte Idee, erwiesen sich die Teile drei bis fünf als allenfalls durchwachsene Actionfilme ohne Tiefgang, dafür mit umso mehr Logiklöchern. "Dark Fate" entstand ab Sommer 2018 unter anderem im ungarischen Komárom.

Die gute Nachricht gleich vorweg: "Dark Fate" ist kein Rohrkrepierer á la "Terminator: Die Erlösung", der mit der Historie und den Errungenschaften der populären Filmreihe ungemein stümperhaft sowie respektlos umging. In dieser Hinsicht ist "Dark Fate" gar das komplette Gegenteil: Er zollt den ersten beiden "Terminator"-Filmen – beide unvergängliche Kult-Klassiker der Filmgeschichte – mehr als nur einmal Tribut. Mittels überdeutlicher Respektbekundungen und Verweise, die sich mal in den Dialogen offenbaren ("I’ll be back"), mal in den Action-Einlagen.

Ein Höhepunkt des Films ist der mehrminütige, äußerst stimmungsvolle Prolog, bei dem Regisseur Miller auf nicht verwendete Aufnahmen von 1991 zurückgreifen durfte. Und auch die Action-Momente, allen voran die extrem körperbetonten Over-the-top-Kampfszenen, erweisen sich als gelungen – zeugen sie doch von brachialer (maschineller) Urgewalt, ungeheurem Tempo und einer fast schwindelerregenden Variationsvielfalt (unter Wasser, in der Luft, auf der Autobahn, im Nahkampf). Nur übertreibt es Miller mit der Häufigkeit dieser Einlagen. So bestehen allein die ersten 25 Minuten fast ausschließlich aus Verfolgungsjagden, Waffengefechten und Mensch-Maschine-Duellen.

Da bleiben Aspekte wie Figurentiefen und Story natürlich auf der Strecke – auch wenn diese Elemente noch nie das Wichtigste an "Terminator" waren. Unglücklich und unfreiwillig komisch geraten allerdings die Auftritte von Linda Hamilton und Arnold Schwarzenegger, der in "Dark Fate" doch tatsächlich als friedvoller, altersweiser (und überaus patriotischer, Stichwort: Flagge) Familienvater in einem abgeschiedenen Waldhaus lebt. Eine radikale, äußerst fragwürdige Wendung, gerade wenn man sich Schwarzeneggers brutalen, auf Krawall gebürsteten Terminator von 1984 ins Gedächtnis ruft.

Er konnte seine letzten Programmierungen erfolgreich löschen. Bei Hamiltons und Schwarzeneggers Dialogen (oder vielmehr inhaltsleeren One-Linern und albernen Worthülsen) weiß man nie: Meinen die Beiden das eben Gesagte nun ernst oder spielt Tim Miller lediglich mit Ironie. So oder so sind ihre Auftritte entbehrlich und kaum ernst zu nehmen, was dem ansonsten soliden Action-Reißer merklich schadet. Der Fremdschäm-Faktor ist hier leider extrem hoch.

Fazit: Zwar übertreibt es Regisseur Tim Miller mit der Vielzahl seiner lauten, bombastischen Action-Einlagen, dennoch erweisen sich diese – neben den nostalgischen Reminiszenzen an die ersten beiden Filme – als die große Stärke von "Dark Fate". Wenig authentisch und regelrecht peinlich gestalten sich hingegen die Auftritte der Rückkehrer Hamilton und Schwarzenegger.




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