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Kritik: Ruf der Wildnis (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Abenteuer-Romanklassiker von Jack London, der 1903 erstmals veröffentlicht wurde. In seinem Buch beschreibt London das harte und entbehrungsreiche Leben zur Zeit des Klondike-Goldrausches in den 1890er-Jahren in Alaska – konsequent aus der Sicht eines Hundes. Bis heute gab es zahlreiche filmische Umsetzungen für Kino und TV, die bekannteste ist jene aus den frühen 70er-Jahren mit Charlton Heston.

Regisseur Chris Sanders legt mit "Der Ruf der Wildnis" einen familientauglichen, geradlinig inszenierten Film vor, der sich in Sachen Botschaft und Kernthemen in weiten Teilen dem Roman verpflichtet fühlt. Denn in erster Linie erzählen Film und Buch eine Geschichte über eine außergewöhnliche Freundschaft, Mut, Tapferkeit und den Drang nach Freiheit. Um die Familienfreundlichkeit nicht einzubüßen, verzichten die Macher hier jedoch auf einige düstere Elemente. Und ebenfalls die negativen Aspekte des Goldrausches (die Geldgier und das Gewinnstreben des Menschen) finden nur geringen Anklang. Im Roman widmete sich London diesem Thema ausgiebig.

Über jeden Zweifel erhaben sind die prächtigen Bilder und atemberaubenden Landschafts-aufnahmen des Yukon-Territoriums: Man sieht einsame, unberührte Natur, den mächtigen Yukon-River und all die schroffen, charakteristischen Gebirgsketten. Viele Szenen entstanden an Originalschauplätzen und das bekommt dem Film sehr gut. Gewöhnungsbedürftig ist die CGI-Optik von Buck, an die man sich vor allem in den ersten 20 Minuten erst gewöhnen muss. Da der tierische Hauptcharakter des Films komplett aus dem Computer stammt, wirken viele Szenen mit ihm (vor allem bevor es ihn in die Wildnis verschlägt) nicht selten gekünstelt und etwas befremdlich.

Harrison Ford spielt seine bärbeißige, eigenbrötlerische Figur dagegen ganz wunderbar. Er passt perfekt in die Rolle des schlecht gelaunten Brummbären und erfahrenen Abenteurers, zumal die Chemie mit Buck stimmt – auch wenn Ford beim Dreh nicht mit echten Tieren interagieren konnte. Dies merkt man dem Zusammenspiel zwischen Mensch und (CGI-)Hund nicht an.

Fazit: In magische Bilder getauchte, technisch gelungene Umsetzung des Kult-Romans, die jedoch einige zentrale Themen des Buches missachtet.




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