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Sie nannten ihn Plattfuß (1973)
Piedone lo sbirro
Poliziottesco trifft Bud Spencer: Stenos "Sie nannten ihn Plattfuß" zeigt den späteren Kultstar in ungewohnt rauem Umfeld zwischen Heroinhandel, Korruption und neapolitanischem Alltag.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
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Kommissar Manuele Rizzo (Bud Spencer), genannt "Plattfuß", ermittelt in Neapel gegen einen international operierenden Drogenring, der Heroin über den Hafen einschleust. Gegen den Willen seiner Vorgesetzten nimmt er die Ermittlungen auf und stößt dabei auf ein dichtes Geflecht aus organisierter Kriminalität, wirtschaftlichen Interessen und institutioneller Korruption. Während der Druck aus den eigenen Reihen wächst und eine Suspendierung droht, verfolgt Rizzo unbeirrt die Hintermänner des Netzwerks und gerät zunehmend in einen Konflikt, der weit über einen gewöhnlichen Kriminalfall hinausgeht.
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Filmkritik
"Sie nannten ihn Plattfuß": Zwischen Poliziottesco und Starvehikel
Manche Filme glaubt man zu kennen, wenn man nur den Titel hört, weil sie über Jahrzehnte hinweg zum festen Bestandteil des Fernsehprogramms geworden sind. Man erinnert sich an Bud Spencers Ohrfeigen, an fliegende Ganoven und an eine Form von Unterhaltung, die längst zum popkulturellen Allgemeingut gehört. In der Wiederbegegnung zeigt sich jedoch schnell, dass "Sie nannten ihn Plattfuß" deutlich stärker in den gesellschaftlichen Spannungen seiner Entstehungszeit verankert ist, als es die nostalgische Erinnerung vermuten lässt.
Regisseur Steno (Stefano Vanzina) siedelt den Film klar im Umfeld des Poliziottesco an, jener Unterart des italienischen Polizeifilms, der in den 1970ern seine Hochzeit hatte. Drogenhandel, Korruption und ein tief sitzendes Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen bilden hier den erzählerischen Kern. Das gezeigte Neapel ist kein touristischer Sehnsuchtsort, sondern ein vielschichtiger urbaner Raum aus Hafenanlagen, Märkten und engen Gassen, in dem sich Alltag und organisierte Kriminalität beinahe selbstverständlich überlagern. Die Inszenierung besitzt dabei eine Direktheit, die stellenweise fast dokumentarisch wirkt.
Im Zentrum steht Bud Spencer in einer Rolle, die sich deutlich von seinen stärker komödiantisch geprägten Auftritten unterscheidet. Rizzo ist kein bloßer Haudrauf, sondern eine Figur, deren körperliche Präsenz immer auch moralisch begründet ist. Seine Gewalt erscheint weniger als Selbstzweck denn als Reaktion auf ein System, das aus seiner Sicht nicht mehr funktioniert. Spencer spielt diese Haltung mit großer Ruhe und Selbstverständlichkeit, wodurch seine Ausbrüche umso wirkungsvoller erscheinen.
Auffällig ist zudem die Balance zwischen Härte und Humor. Die Actionszenen sind spektakulär und oft komisch, ohne die Bedrohung durch das Drogensyndikat zu relativieren. Anders als in späteren Teilen der Reihe bleibt der Ton vergleichsweise geschlossen. Die Komik entsteht aus Spencers Timing und Präsenz, nicht aus überzeichneter Zuspitzung.
Auch die deutsche Synchronisation trägt zu dieser Wirkung bei. Noch vor den später populär gewordenen schnoddrigen Dialogen eines Rainer Brandts bleibt der Film sprachlich näher an seinen Figuren. Wolfgang Hess verleiht Spencer eine ruhige, glaubwürdige Autorität, die den realistischeren Grundton zusätzlich unterstreicht.
Gerade darin liegt die besondere Qualität des Films. "Sie nannten ihn Plattfuß" zeigt einen Bud Spencer, dessen Leinwandpersona noch nicht vollständig zur Marke geworden ist. Die bekannten Elemente sind bereits vorhanden, stehen jedoch im Dienst einer Erzählung, die ihre gesellschaftlichen Hintergründe ernst nimmt und mehr sein will als reine Genrekost.
Fazit: Ein überraschend rauer und konzentrierter Auftakt, der Poliziottesco-Elemente mit Bud Spencers Präsenz verbindet und gerade dadurch heute frischer wirkt als viele der späteren, stärker auf Komik setzenden Filme der Plattfuß-Reihe.
Manche Filme glaubt man zu kennen, wenn man nur den Titel hört, weil sie über Jahrzehnte hinweg zum festen Bestandteil des Fernsehprogramms geworden sind. Man erinnert sich an Bud Spencers Ohrfeigen, an fliegende Ganoven und an eine Form von Unterhaltung, die längst zum popkulturellen Allgemeingut gehört. In der Wiederbegegnung zeigt sich jedoch schnell, dass "Sie nannten ihn Plattfuß" deutlich stärker in den gesellschaftlichen Spannungen seiner Entstehungszeit verankert ist, als es die nostalgische Erinnerung vermuten lässt.
Regisseur Steno (Stefano Vanzina) siedelt den Film klar im Umfeld des Poliziottesco an, jener Unterart des italienischen Polizeifilms, der in den 1970ern seine Hochzeit hatte. Drogenhandel, Korruption und ein tief sitzendes Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen bilden hier den erzählerischen Kern. Das gezeigte Neapel ist kein touristischer Sehnsuchtsort, sondern ein vielschichtiger urbaner Raum aus Hafenanlagen, Märkten und engen Gassen, in dem sich Alltag und organisierte Kriminalität beinahe selbstverständlich überlagern. Die Inszenierung besitzt dabei eine Direktheit, die stellenweise fast dokumentarisch wirkt.
Im Zentrum steht Bud Spencer in einer Rolle, die sich deutlich von seinen stärker komödiantisch geprägten Auftritten unterscheidet. Rizzo ist kein bloßer Haudrauf, sondern eine Figur, deren körperliche Präsenz immer auch moralisch begründet ist. Seine Gewalt erscheint weniger als Selbstzweck denn als Reaktion auf ein System, das aus seiner Sicht nicht mehr funktioniert. Spencer spielt diese Haltung mit großer Ruhe und Selbstverständlichkeit, wodurch seine Ausbrüche umso wirkungsvoller erscheinen.
Auffällig ist zudem die Balance zwischen Härte und Humor. Die Actionszenen sind spektakulär und oft komisch, ohne die Bedrohung durch das Drogensyndikat zu relativieren. Anders als in späteren Teilen der Reihe bleibt der Ton vergleichsweise geschlossen. Die Komik entsteht aus Spencers Timing und Präsenz, nicht aus überzeichneter Zuspitzung.
Auch die deutsche Synchronisation trägt zu dieser Wirkung bei. Noch vor den später populär gewordenen schnoddrigen Dialogen eines Rainer Brandts bleibt der Film sprachlich näher an seinen Figuren. Wolfgang Hess verleiht Spencer eine ruhige, glaubwürdige Autorität, die den realistischeren Grundton zusätzlich unterstreicht.
Gerade darin liegt die besondere Qualität des Films. "Sie nannten ihn Plattfuß" zeigt einen Bud Spencer, dessen Leinwandpersona noch nicht vollständig zur Marke geworden ist. Die bekannten Elemente sind bereits vorhanden, stehen jedoch im Dienst einer Erzählung, die ihre gesellschaftlichen Hintergründe ernst nimmt und mehr sein will als reine Genrekost.
Fazit: Ein überraschend rauer und konzentrierter Auftakt, der Poliziottesco-Elemente mit Bud Spencers Präsenz verbindet und gerade dadurch heute frischer wirkt als viele der späteren, stärker auf Komik setzenden Filme der Plattfuß-Reihe.
Markus Solty
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Besetzung & Crew von "Sie nannten ihn Plattfuß"
Land: ItalienWeitere Titel: Sie nannten ihn Plattfuss; Flatfoot
Jahr: 1973
Genre: Action, Komödie, Abenteuer
Originaltitel: Piedone lo sbirro
Länge: 110 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 02.07.2026
Regie: Steno
Darsteller: Bud Spencer als Inspector 'Plattfuß' Rizzo, Adalberto Maria Merli als Tabassi, Raymond Pellegrin, Juliette Mayniel als Maria, Mario Pilar als Antonino Percuoco 'Manomozza'
Kamera: Silvano Ippoliti
Verleih: Croco Film



