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Kritik: Sauerkrautkoma (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Zum bereits fünften Mal schlüpft Sebastian Bezzel in die Rolle des grummeligen Polizisten Franz Eberhofer. Ausgedacht hat sich die Krimifälle aus der Provinz die Autorin Rita Falk, deren erster Eberhofer-Roman, "Winterkartoffelknödel", 2010 veröffentlicht wurde. Bis heute sind neun Bücher erschienen, das jüngste in diesem Jahr. Hauptdarsteller Bezzel ist einem breiten Fernsehpublikum seit den frühen 00er-Jahren bekannt. Seit dieser Zeit tritt er regelmäßig in einigen der beliebtesten deutschen (Krimi-) Serien auf, vom "Großstadtrevier" über "Die Rosenheim-Cops" bis hin zu "Danni Lowinksi".

Deftig und rustikal – so geht es in den Romanen wie auch den Filmen rund um den schnoddrigen, meist von den Widrigkeiten des Alltags genervten Franz Eberhofer zu. Eben ganz dem zünftigen bajuwarischen Lebensstil angepasst, wie er etwa in Eberhofers Heimat, dem fiktiven Ort Niederkaltenkirchen, gehegt und gepflegt wird. Eben dieses Lokalkolorit und das Derbe im Umgang und in der Sprache lieben die Fans des eigenbrötlerischen Ermittlers, der in "Sauerkrautkoma" erstmals die Provinz verlässt. Nicht die einzige Neuerung, die sich positiv auf den Film auswirkt.

Denn im Vergleich zu den letzten Fällen rückt das Privatleben Eberhofers diesmal etwas in den Hintergrund, auch wenn mit dem gelackten Fleischmann (wunderbar großkotzig: Gedeon Burkhard) ein echter Konkurrent um das Herz von Susi auf den Plan tritt. Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf dem durchaus kniffligen Fall um die serbische Frauenleiche, die in Papas Admiral platziert wurde. Regisseur Ed Herzog legt seinem Ermittler beim Versuch der Aufklärung wieder allerlei unerwartete Hindernisse in den Weg. Und auch bei der Lösung beweisen die Macher Einfallsreichtum und Kreativität.

Mehr noch als bei den vorangegangenen Eberhofer-Krimis zündet in "Sauerkrautkoma" zudem der Humor auf ganzer Linie. Nicht zuletzt deshalb, da sich aus dem Zusammenprall der heilen Provinzwelt Eberhofers mit den Eigenarten und Gepflogenheiten der weltmännischen Münchener Großstädter, allerlei heitere Situation und skurrile Fettnäpfchen ergeben. Daneben hat Eberhofers Kumpel Rudi als schräger, kauziger Zeitgenosse mit fehlendem Geschmack für die Inneneinrichtung seiner Gästezimmer, diesmal viele Lacher auf seiner Seite.

Fazit: Schräge, kernige Posse mit weniger Provinz-Anteil als sonst, dafür mit reichlich Lokalkolorit und einem gelungenen Kriminalfall mit überraschender Auflösung.




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