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Kritik: Overboard (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Mit "Overboard" legt Rob Greenberg, der bisher überwiegend im TV-Bereich tätig war, ein Remake der Komödie "Overboard – Ein Goldfisch fällt ins Wasser" (1987) von Garry Marshall vor. Das Skript, welches Greenberg gemeinsam mit Bob Fisher schrieb, nimmt vor allem eine entscheidende Änderung vor: Es vertauscht die Geschlechter der beiden Hauptrollen. Während im Original ein alleinerziehender Handwerker, gespielt von Kurt Russell, einer von Goldie Hawn verkörperten Erbin nach deren Gedächtnisverlust einredet, mit ihm verheiratet zu sein, um sich damit für das hochmütig-ungerechte Verhalten der Millionärin zu rächen, ist es nun eine dreifache Working-Class-Mutter, die einen unter retrograder Amnesie leidenden Lebemann glauben macht, ihr Gatte zu sein, sodass er für sie und ihre Töchter kocht, putzt und in einem körperlich anstrengenden Job Geld verdient, derweil sie für eine wichtige Prüfung zu lernen hat.

Aus einer Screwball-Version von William Shakespeares Stück "Der Widerspenstigen Zähmung" wird so eine Erzählung von der Läuterung eines selbstgefälligen Machos. In einigen Momenten ist dies durchaus reizvoll – gleichwohl übernimmt die Neuverfilmung des Stoffes die klischeehafte Darstellung der Gegensätze zwischen Arm und Reich sowie die schlichte Zeichnung der Figuren. Abgesehen von einer Dialogzeile, die auf den Originalfilm verweist, lehnt sich Greenbergs Werk in der Machart weniger an das Mainstream-Kino der 1980er Jahre an, sondern findet stattdessen immer wieder Bezüge zu Telenovelas und zu der konstruierten Dramatik dieser Formate – während die Namen des zentralen Paars Kate und Leonardo wohl nicht zufällig an das Schauspiel-Duo aus dem Schmacht-Klassiker "Titanic" gemahnen. Diese Selbstironie ist durchaus angenehm, kann indes nicht verdecken, dass im Laufe des Geschehens vieles zu platt und zu unglaubwürdig ist.

Anna Faris – bekannt aus der "Scary Movie"-Reihe und seit 2013 überaus erfolgreich mit der Sitcom "Mom" – besitzt fraglos komödiantisches Talent; und auch Eugenio Derbez ("Plötzlich Vater", "Geostorm"), der in seinem Heimatland Mexiko ein großer Star ist, geht mit beachtlichem Elan an seinen Part heran. Als Leinwandpaar, das sich zunächst nicht leiden kann, fehlt zwischen den beiden allerdings die nötige Chemie, die zwischen Hawn und Russell zu spüren war. Die entstehende Liebe zwischen Kate und Leonardo bleibt somit in erster Linie eine wenig überzeugende Drehbuchbehauptung. Das Nebenpersonal ist – etwa mit Eva Longoria ("Desperate Housewives") oder Swoosie Kurtz ("Mike & Molly") – gut besetzt, wird aber auch ziemlich verschenkt.

Fazit: Ein Remake mit Geschlechtertausch – sowie mit etlichen Klischees und einem Duo in den Hauptrollen, das zwar engagiert spielt, jedoch nicht so richtig miteinander zu harmonieren vermag.




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