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Was Männer wollen
Was Männer wollen
© Paramount Pictures Germany

Kritik: Was Männer wollen (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Mit "Was Männer wollen" legt der US-Regisseur Adam Shankman ("Wedding Planner", "Hairspray") auf Basis eines Drehbuchs von Tina Gordon, Peter Huyck und Alex Gregory ein Gender-flip-Remake von Nancy Meyers' "Was Frauen wollen" aus dem Jahre 2000 (mit Mel Gibson und Helen Hunt in den Hauptrollen) vor. Konnte damals ein machohafter Mitarbeiter einer Werbeagentur plötzlich auf magische Weise die Gedanken aller Frauen um ihn herum hören, ist es hier nun eine ehrgeizige Sport-Agentin, die unverhofft die Gabe erhält, alle Gedanken der Männer in ihrem Umfeld wahrnehmen zu können. Dies führt zu diversen Albernheiten, geht jedoch auch mit einer Empowerment-Geschichte der Protagonistin einher.

Der Film lässt kluge Ansätze erkennen, wenn er schildert, wie sich eine women of color in ihrem Beruf mit systematischer Benachteiligung konfrontiert sieht. Der Arbeitsplatz der Heldin Ali ist ein "Männerclub", der sie trotz ihrer Leistungen kleinhält und ausgrenzt, indem sie etwa nicht zur regelmäßig stattfindenden Pokerrunde eingeladen wird. Wenn sich Ali später – nachdem sie mit ihrer übersinnlichen Fähigkeit ausgestattet wurde – einfach selbst zu jener Runde einlädt oder wenn sie ihre ahnungslosen Kollegen in einem wichtigen Meeting verblüfft, ist das gelegentlich witzig umgesetzt; insgesamt bleibt "Was Männer wollen" aber zu oberflächlich und macht zu wenig aus seiner Prämisse. Manche Gags wollen nicht recht zünden (zum Beispiel wenn sich ein von Kellan Lutz verkörperter Nachbar als Anhänger der BDSM-Szene entpuppt) – und gegen Ende schlägt der Plot überraschend moralinsaure Pfade ein.

Taraji P. Henson ("Hustle & Flow", "Hidden Figures") legt in ihrer Darstellung sehr viel Energie an den Tag; Ali ist allerdings keine rundum stimmig gezeichnete Figur, sodass das Mitfiebern mit ihr nicht durchweg gelingt. Schön sind indes die gemeinsamen Momente mit Josh Brener ("Silicon Valley") als Alis Assistent und Richard Roundtree ("Shaft") als Alis Vater. Die entstehende Liebe zwischen Ali und dem Barkeeper Will ist nur bedingt glaubwürdig erzählt; die Leinwand-Chemie zwischen Henson und Aldis Hodge ("Straight Outta Compton") stimmt jedoch. Mit Tracy Morgan ("30 Rock"), Wendi McLendon-Covey ("Brautalarm") und der äußerst spielfreudigen Erykah Badu ist das Werk auch in den Nebenparts treffend besetzt.

Fazit: Eine Fantasy-Komödie mit interessanten Ansätzen und amüsanten Passagen, aber auch ungenutztem Potenzial und flachen Witzen. Das Ensemble um Hauptdarstellerin Taraji P. Henson zeigt sich trotz mediokrer Figurenzeichnung in guter Form.




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