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Kritik: Hotel Artemis (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Hotel Artemis" ist das Spielfilmdebüt von Drehbuchautor Drew Pearce, der bislang Scripts für Blockbuster wie "Iron Man 3" oder "Mission: Impossible – Rogue Nation" verfasste. Er konnte für sein Debüt eine Schar an namhaften Schauspielern um sich versammeln. Neben Foster und Goldblum sind in "Hotel Artemis" u.a. auch noch Dave Bautista, Zachary Quinto und Sofia Boutella zu sehen. Die Produktionskosten von "Hotel Artemis" beliefen sich auf rund 15 Millionen US-Dollar, weltweit spielte der Film, der Anfang Juni in den USA startete, bislang ca. 10 Millionen US-Dollar ein.

Beim Einführen seiner Figuren lässt sich der kurzweilige Mix aus Sci-Fi, Thriller, Noir und Kammerspiel ähnlich viel Zeit wie etwa der Horrorfilm "Identität" von 2003. Beide Filme verwenden über ein Drittel ihrer Handlung bzw. Laufzeit auf die Etablierung der Figuren. Für manch einen Zuschauer mag das übertrieben erscheinen und mit einigen Längen verbunden sein, in beiden Fällen aber macht dies Sinn. Denn vor allem "Hotel Artemis" ist ein figurenzentriertes Werk, das sich ganz auf die unterschiedlichen Eigenschaften und Absichten seiner Charaktere konzentriert. Alle Darsteller agieren darüber hinaus extrem spielfreudig und leidenschaftlich, allen voran Jodie Foster, die sich nach knapp fünf Jahren Leinwandpause wieder zurückmeldet. Jederzeit ist spürbar, welch diebische Freude es Foster in der Rolle der Krankenschwester bereitet, das "Hotel" rigoros und mit harter Hand zu führen.

Die größte Spannung geht dabei von der angespannten Stimmung und der klaustrophobischen Atmosphäre innerhalb der Hotelmauern aus, in der praktisch der komplette Film spielt. Und: vom Umgang der einzelnen "Patienten" miteinander, deren Persönlichkeiten nicht unterschiedlicher sein könnten und deren kriminelle Energie auch im Hotel Artemis für Chaos sorgt – obwohl Waffen und Gewalt strikt verboten sind. Irgendwann wird klar, dass selbst die pragmatisch und kühl wirkende Jean Thomas die Situation nicht mehr kontrollieren kann.

Darüber hinaus lebt der Film von seinen skurrilen, witzigen Regie-Einfällen, allen voran hinsichtlich der Ausgestaltung des futuristischen Krankenhauses mit all den wunderbaren Gadgets und sonderbaren technischen Gimmicks. An dieser Stelle kommen die Sci-Fi-Elemente großartig zu Geltung: zu sehen gibt es u.a. Transplantationsorgane aus dem 3D-Drucker, automatisierte OP-Geräte und robotisierte Metall-Ärzte.

Fazit: Vergnüglicher Mix aus Science-Fiction-Dystopie, Kammerspiel-Thriller und Noir, der mit seiner bunten, illustren Figurenschar und seiner bizarren Ausstattung für Kurzweil und viel Spaß sorgt.




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