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BlacKkKlansman
BlacKkKlansman
© Universal Pictures International

Kritik: BlacKkKlansman (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"BlackKklansman" beruht auf dem Buch "Black Klansman" von Ron Stallworth, in dem er die damaligen Vorgänge detailliert beschreibt. Regisseur Spike Lee änderte den Titel des Films in "BlackKklansman". Passend, denn die drei aufeinander folgenden Ks stehen als Abkürzung für "Ku-Klux-Klan". Lee und sein Team drehten die 15-Millionen-Dollar-Produktion im Herbst 2017 in New York. Der Filmemacher gilt als einer der wichtigsten Vertreter des "New Black Cinema", ein Genre, das sich in den späten 80er-Jahren entwickelte. Zu seinen bekanntesten Filmen zählen "Mo‘ better blues", "Do the right thing" und "Jungle Fever".

"BlackKklansman" ist genau die richtige Antwort auf die Frage, wie man mit Fremdenhass, Engstirnigkeit, Propaganda und Populismus umzugehen hat: mit Humor. Lee gibt den örtlichen Ku-Klux-Klan-Ableger und seine bemitleidenswerten Mitglieder der Lächerlichkeit preis. Man kann sie schlicht nicht ernst nehmen, diese geistig beschränkten Rassisten, wie sie sich ihren wirren Traditionen und Bräuchen hingeben, Kreuze verbrennen ("flaming cross"), das Schwur-Ritual bei Neuaufnahme eines Mitglieds zelebrieren oder in ihren Kapuzengewändern die Überlegenheit der weißen Rasse feiern.

Mit viel Polemik und ja, vielleicht auch Galgenhumor, verteilt Lee deftige Spitzen gegen die Clan-Mitglieder, die sich ganz ihrem Fanatismus und ihren kruden Verschwörungstheorien hingeben. Und dabei nicht selten unfreiwillig komisch oder gar lächerlich wirken. Etwa wenn Trump-Verehrer und Nazi-Promi David Duke (von Topher Grace herrlich überkandidelt gespielt) im Film behauptet, einen Farbigen schon an der Aussprache bestimmter Worte am Telefon ausmachen zu können. Welch unnachahmliche Ironie der Geschichte, dass es ausgerechnet einem Farbigen (unter Mithilfe eines Juden) im weiteren Verlauf gelingen wird, die Ku-Klux-Klan-Gruppierung zu unterwandern.

Bei all diesen Szenen fasst man sich an den Kopf und kann sich das Lachen nur schwer verkneifen. Jedoch wird man gleichzeitig von der Realität eingeholt wenn einem klar wird, dass uns all diese Gewalttätigkeit, dieser Rassenhass, Nationalismus und rechte Fundamentalismus auch heute noch umgibt. Lee erinnert jeden einzelnen Zuschauer daran, wenn ganz am Schluss der Bogen zur Gegenwart geschlagen wird. In Form nachdrücklicher dokumentarischer Aufnahmen unter anderem aus Charlottesville. Jener Ort, der vor einem Jahr aufgrund der rechtsextremen Demonstrationen weltweit in die Schlagzeilen geriet.

Fazit: Bissige, schwarzhumorige Satire mit 70er-Jahre-Flair und tollen Darstellern, bei der einem das Lachen nicht nur einmal im Halse stecken bleibt.




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