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Green Book - Eine besondere Freundschaft - Mahershala...ensen
Green Book - Eine besondere Freundschaft - Mahershala Ali und Viggo Mortensen
© eOne Germany

Oscar-Verleihung: "Green Book" ist "Bester Film"

Große Nacht für Alfonso Cuarón

"Green Book" ist der Film des Jahres 2018. Das Drama von Peter Farrelly hat gestern Abend in Hollywood den Academy Award als "Bester Film" erhalten und dazu zwei weitere Oscars für das Drehbuch, an dem Farrelly ebenfalls mitgearbeitet hat, und für Nebendarsteller Mahershala Ali.

Zusammen mit den Oscars für das Drehbuch von "BlacKkKlansman" - Spike Lee's erster Academy Award -, für den mexikanischen und spanischsprachigen "Roma" und für "Black Panther" zelebrierten die rund 6600 Mitglieder der preisverleihenden Academy of Motion Picture Arts and Sciences die Diversität und Internationalität des Filmgeschäfts, aber eben auch diejenigen Filme, welche sich für Verständigung einsetzen wie "Black Panther", "BlackKklansman" und "Green Book". Zudem gewannen in diesem Jahr besonders viele Afro-Amerikaner und Frauen - und afro-amerikanische Frauen - die Goldjungen. Oscars so white, no more.

Oscar-Geschichte bei den 91. Academy Awards dürfte der mexikanische Regisseur Alfonso Cuarón geschrieben haben, der gleich dreimal auf der Bühne stand. Er nahm als Kameramann, als Regisseur und als Produzent drei Goldjungen für "Roma" entgegen.

Auch viel zu feiern hatten die Filmemacher von "Black Panther" und "Bohemian Rhapsody". Der Fantasy-Film erhielt drei Academy Awards für Musik, Ausstattung und Kostüme, während das Drama über Freddy Mercury sogar vier Oscars für Hauptdarsteller Rami Malek, Cutter John Ottman, Tonschnitt und Tonmischung erhielt - die meisten aller Filme an diesem Abend.

Umgekehrt müssen "The Favourite", der bei den Britischen Filmpreisen noch der große Gewinner gewesen ist, mit einem Sieg bei zehn Nomierungen und "Vice" mit einem Oscar bei acht Nominierungen als die Enttäuschten des Abends gelten.

Für Florian Henckel von Donnersmarck wurde es kein zweiter Treffer beim zweiten Anlauf. Allerdings dürfte der deutsche Regisseur das auch nicht ernsthaft erwartet haben angesichts des übermächtigen "Roma", der in der Sparte des "Besten fremdsprachigen Films" schon die gesamte Preisverleihungssaison 2018/19 dominiert hat. Also wird von Donnersmarck von "Werk ohne Autor" ohne seinen zweiten Academy Award nach "Das Leben der Anderen" den Heimflug antreten müssen.

Kein guter Verlierer war auf jeden Fall Spike Lee, der verärgert auf den Gewinn von "Green Book" reagierte, das Theater verlassen wollte, zurück kam, um dann demonstrativ der Bühne den Rücken zu kehren. Da mag nicht nur die eigene Niederlage mit "BlackKklansman" eine Rolle gespielt haben, sondern auch die Tatsache, dass "Green Book" vorgeworfen worden ist, die wahren Begebenheiten falsch wieder gegeben und vor allem das Rassismus-Thema sehr verengt und mit Stereotypen aus einer weißen Perspektive erzählt zu haben. Auch Jordan Peele applaudierte dem Gewinnerfilm nicht.

In den Darstellerkategorien gab es keine Überraschungen: Bei den Herren galten Ali und Malek als Favoriten, so wie die englische Darstellerin Olivia Colman für "The Favourite" und Regina King für "If Beale Street Could Talk". Allein Glenn Close für "The Wife" ("Die Frau des Nobelpreisträgers") wäre ebenfalls keine Überraschung in der Hauptdarstellerinnen-Kategorie gewesen, doch die Aktrice musste auch beim siebten Mal mit leeren Händen die Oscar-Nacht verlassen.

Dass die Show erstmals seit 1989 keinen Moderator hatte, fiel nicht besonders ins Gewicht. Die Anmoderationen vieler Preis- und Clip-Präsentierer wie Tina Fey, Amy Poehler, Maya Rudolph, Melissa McCarthy oder Samuel L. Jackson waren unterhaltsam und das Tempo recht flott, auch wenn das Ziel, zeitlich im Rahmen von drei Stunden zu bleiben, nicht ganz erreicht wurde.

Hier geht es zum Live-Blog der Oscar-Nacht

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Hier die vollständige Liste der Nominierungen (und Gewinner):

Bester Film:
"Black Panther"
"BlacKkKlansman"
"Bohemian Rhapsody"
"The Favourite"
"Green Book"
"Roma"
"A Star Is Born"
"Vice"

Bester fremdsprachiger Film:
"Capernaum" (Libanon)
"Cold War" (Polen)
"Roma" (Mexiko)
"Shoplifters" (Japan)
"Werk ohne Autor" (Deutschland)

Bester Animationsfilm:
"Incredibles 2"
"Isle of Dogs"
"Mirai"
"Ralph Breaks the Internet" ("Chaos im Netz")
"Spider-Man: Into the Spider-Verse"

Bester Dokumentarfilm:
"Free Solo"
"Hale County This Morning, This Evening"
"Minding the Gap"
"Of Fathers and Sons"
"RBG"

Beste Regie:
Spike Lee ("BlacKkKlansman")
Pawel Pawlikowski ("Cold War")
Yorgos Lanthimos ("The Favourite")
Alfonso Cuarón ("Roma")
Adam McKay ("Vice")

Bestes Originaldrehbuch:
Deborah Davis und Tony McNamara ("The Favourite")
Paul Schrader ("First Reformed")
Nick Vallelonga, Brian Currie und Peter Farrelly ("Green Book")
Alfonso Cuarón ("Roma")
Adam McKay ("Vice")

Bestes Adaptiertes Drehbuch:
Joel und Ethan Coen ("The Ballad of Buster Scruggs")
Charlie Wachtel, David Rabinowitz, Kevin Willmott und Spike Lee ("BlacKkKlansman")
Nicole Holofcener und Jeff Whitty ("Can You Ever Forgive Me?")
Barry Jenkins ("If Beale Street Could Talk")
Eric Roth, Bradley Cooper und Will Fetters ("A Star Is Born")

Beste Hauptdarstellerin:
Yalitza Aparicio ("Roma")
Glenn Close ("The Wife" / "Die Frau des Nobelpreisträgers")
Olivia Colman ("The Favourite")
Lady Gaga ("A Star Is Born")
Melissa McCarthy ("Can You Ever Forgive Me?")

Bester Hauptdarsteller:
Christian Bale ("Vice")
Bradley Cooper ("A Star Is Born")
Willem Dafoe ("At Eternity’s Gate")
Rami Malek ("Bohemian Rhapsody")
Viggo Mortensen ("Green Book")

Beste Nebendarstellerin:
Amy Adams ("Vice")
Marina de Tavira ("Roma")
Regina King ("If Beale Street Could Talk")
Emma Stone ("The Favourite")
Rachel Weisz ("The Favourite")

Bester Nebendarsteller:
Mahershala Ali ("Green Book")
Adam Driver ("BlacKkKlansman")
Sam Elliott ("A Star Is Born")
Richard E. Grant ("Can You Ever Forgive Me?")
Sam Rockwell ("Vice")

Beste Kamera:
Lukasz Zal ("Cold War")
Robbie Ryan ("The Favourite")
Alfonso Cuarón ("Roma")
Matthew Libatique ("A Star Is Born")
Caleb Deschanel ("Werk ohne Autor")

Beste Musik:
Terence Blanchard ("BlacKkKlansman")
Ludwig Göransson ("Black Panther")
Nicholas Britell ("If Beale Street Could Talk")
Alexandre Desplat ("Isle of Dogs")
Marc Shaiman und Scott Wittman ("Mary Poppins Returns")

Bester Song:
"All the Stars" ("Black Panther")
"I'll Fight" ("RGB")
"The Place Where Lost Things Go" ("Mary Poppins Returns")
"Shallow" ("A Star Is Born")
"When a Cowboy Trades His Spurs for Wings" ("The Ballad of Buster Scruggs")

Bester Schnitt:
Barry Alexander Brown ("BlacKkKlansman")
John Ottman ("Bohemian Rhapsody")
Patrick J. Don Vito ("Green Book")
Yorgos Mavropsaridis ("The Favourite")
Hank Corwin ("Vice")

Beste Ausstattung:
Hannah Beachler ("Black Panther")
Nathan Crowley und Kathy Lucas ("First Man")
Fiona Crombie und Alice Felton ("The Favourite")
John Myhre und Gordon Sim ("Mary Poppins Returns")
Eugenio Caballero und Bárbara Enrı́quez ("Roma")

Beste Kostüme:
Mary Zophres ("Ballad of Buster Scruggs")
Ruth E. Carter ("Black Panther")
Sandy Powell ("The Favourite")
Sandy Powell ("Mary Poppins Returns")
Alexandra Byrne ("Mary Queen of Scots")

Beste Maske:
Göran Lundström und Pamela Goldammer ("Border")
Jenny Shircore, Marc Pilcher und Jessica Brooks ("Mary Queen of Scots")
Greg Cannom, Kate Biscoe und Patricia DeHaney ("Vice")

Beste Visuelle Effekte:
"Avengers: Infinity War"
"Christopher Robin"
"First Man"
"Ready Player One"
"Solo: A Star Wars Story"

Beste Tonmischung:
"Black Panther"
"Bohemian Rhapsody"
"First Man"
"Roma"
"A Star Is Born"

Bester Tonschnitt:
"Black Panther"
"Bohemian Rhapsody"
"First Man"
"A Quiet Place"
"Roma"

Bester Kurzfilm:
"Detainment"
"Fauve"
"Marguerite"
"Mother"
"Skin"

Bester Animationskurzfilm:
"Animal Behaviour"
"Bao"
"Late Afternoon"
"One Small Step"
"Weekends"

Bester Dokumentarkurzfilm:
"Black Sheep"
"End Game"
"Lifeboat"
"A Night at the Garden"
"Period. End of Sentence."


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