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Nobody's Fool
Nobody's Fool
© Paramount Pictures Germany

Kritik: Nobody's Fool (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

"Nobody's Fool" – das neue Werk des US-Entertainment-Allrounders Tyler Perry ("Boo! A Madea Halloween") – ist eine Beziehungskomödie: Zum einen geht es um das Verhältnis zwischen den grundverschiedenen Schwestern Danica und Tanya, zum anderen um das Liebesleben von Danica, das von einer herben Enttäuschung in der Vergangenheit sowie einer aktuellen Online-Romanze und den Avancen eines charmanten Coffeeshop-Besitzers geprägt ist. Perry verbindet brachialen Slapstick, unflätige one-liner und Dialoge sowie Romantik und Kitsch; dies ergibt letztlich jedoch weder ein stimmiges Ganzes noch einen unterhaltsam-lustigen Film.

Zu Beginn warten Perry und sein Kameramann Richard J. Vialet mit ein paar hübschen visuellen Ideen auf: Wenn Danica am Morgen zum Janet-Jackson-Song "Miss You Much" durch ihr schickes Apartment tanzt und dabei die entflammten Kurznachrichten samt Emojis und Herzchen durchs Bild fliegen, die Danica und ihr virtueller Lover einander schicken, ist das ein nettes Spiel mit RomCom-Konventionen. Leider geht dieser schwungvolle Anfang rasch in eine ziemlich einfallslose Bildsprache über. Noch problematischer ist indes die Dramaturgie: Die Figuren verhalten sich – selbst im Rahmen einer bewusst überdrehten Komödie – wenig plausibel und können kaum unsere Sympathie gewinnen. Der Plot mutet ziellos an und die meisten Gags vermögen nicht zu zünden. Weder Danicas amouröse Odyssee noch die Konfrontationen zwischen der auf Ordnung und Erfolg bedachten Danica und ihrer anarchischen Schwester Tanya bringen mehr als unoriginelle Albernheiten oder Plattitüden hervor.

Bedauerlich ist dies vor allem, weil Perry eine gute Besetzung zur Verfügung hat. Tiffany Haddish gilt seit ihrem Durchbruch mit "Girls Trip" (2017) als Comedy-Star, muss sich hier aber an einer extrem stereotyp gezeichneten Rolle abarbeiten: Die frisch aus dem Gefängnis entlassene Tanya ist mit ihren derben Sprüchen und ihrer schamlosen Attitüde ein wandelndes Klischee; nur selten kann Haddish ihr Talent für Komik demonstrieren. Auch Tika Sumpter ("My First Lady") und Omari Hardwick (bekannt aus der Serie "Power") geben sich erkennbare Mühe – die schwach geschriebene Liebesgeschichte zwischen Danica und dem charmanten Café-Inhaber Frank kann allerdings nicht wirklich mitreißen. Während der Gastauftritt von Chris Rock völlig missglückt ist, sorgt Whoopi Goldberg als bekiffte Mutter der beiden Schwestern tatsächlich für ein paar Lacher.

Fazit: Ein weitgehend misslungener Mix aus kruden Witzen und Romantik. Das begabte Schauspiel-Team ist einem schlechten Skript und einer planlosen Inszenierung unterworfen.




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